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16.01.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Chest Pain Units in Deutschland

„Europaweit beispielhaft“

Autor:
Philipp Grätzel

Seit 2008 hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie bereits 206 Chest Pain Units (CPU) zertifiziert. Damit ist Deutschland bei diesem Versorgungsinstrument europaweit Spitzenreiter.

„Anders als in den USA, war die Entwicklung der Chest Pain Units in Europa lange Zeit keine besondere Erfolgsgeschichte“, sagte Professor Thomas Münzel vom Universitätsklinikum Mainz. Zwar gibt es mehrere Länder, die CPU-Programme gestartet haben. Vielfach kommen diese Programme aber bis heute nicht voran.

In Deutschland sei das anders, betonte Münzel, der in Berlin ein Update zum Stand der CPU-Einführung in Deutschland gab. Im Rahmen des im Jahr 2008 gestarteten Zertifizierungsprogramms der DGK wurde im vergangenen Jahr die zweihundertste CPU zertifiziert. Stand Mitte Januar 2015 sind jetzt 206 CPUs nach den DGK-Kriterien zertifiziert und 128 bereits rezertifiziert worden.

Zu den Zertifizierungskriterien gehören unter anderem das Vorhandensein von mindestens vier Überwachungsplätzen, eine 24-Stunden-Bereitschaft an 365 Tagen im Jahr und eine maximale Transferzeit zum nächsten Herzkatheterlabor von 15 Minuten. Ein Update der Zertifizierungskriterien werde in Kürze publiziert, kündigte Münzel an.

Katheterlabors bekommen Post von der DGK

Der Kardiologe schätzt, dass etwa 300 CPUs erforderlich sind, um eine flächendeckende Versorgung von Patienten mit akutem Brustschmerz in Deutschland zu erreichen: „Es gibt derzeit noch einige Zertifizierungslöcher vor allem in den östlichen Bundesländern. Wir sind gerade dabei, die in Frage kommenden Herzkatheterlabors aktiv anzuschreiben, um sie zu fragen, warum sie keine CPU einrichten wollen.“

Schon 30.000 Patienten im CPU-Register

Zum Outcome von Patienten, die in einer CPU versorgt werden, gibt es weiterhin nur begrenzt Daten. In Deutschland läuft allerdings das CPU-Register, in das vor kurzem der 30.000 Patient eingeschlossen werden konnte und das im Laufe der Jahre solide Outcome-Daten liefern soll. „Wir sind überzeugt, dass die Patienten eine bessere Prognose haben. Darauf deuten zumindest retrospektive Auswertungen hin“, so Münzel.

Ebenfalls bekannt sei, dass die Organisationsmodelle einer CPU Liegedauer und Kosten reduzierten, weil Diagnostik und Therapie rationeller ablaufen.

Klar gezeigt werden konnte schließlich, dass die Patienten in den CPU hoch zufrieden mit dieser Behandlungsform sind. So zeigen Daten aus Mainz, dass 92,2% der Patienten die Versorgung als ausgezeichnet bewerten. In der konventionellen Notaufnahme waren es nur 78,6%.

Literatur

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