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30.08.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Vorhofflimmern

Ablation: Weder ATP noch Antiarrhythmika reduzieren Rezidivrate

Autor:
Philipp Grätzel

Nicht alle Studien enden wie erhofft. Eine große japanische Studie konnte jetzt zeigen, dass weder Antiarrhythmika noch ein ATP-Test-gesteuertes Vorgehen bei der Katheterablation von Vorhofflimmern die Rezidivraten senken können.

An der KPAF (Kansai Plus Atrial Fibrillation)-Studie nahmen 2120 Patienten teil, die sich wegen Vorhofflimmerns zum ersten Mal einer Katheterablation mit Pulmonalvenenisolation (PVI) unterzogen. Es handelte sich um eine Studie mit doppelter Randomisierung. In dem UNDER-ATP genannten ersten Teil der Studie wurde bei der Hälfte der Patienten nach der initialen PVI ein ATP-Test durchgeführt, bei der anderen Hälfte nicht. Mit dem ATP-Test wurde versucht, eventuell noch nicht abladierte Leitungsbahnen zu demaskieren. Diese wurden dann gezielt beseitigt, um Rezidive zu verhindern.

Für den zweiten, EAST-AF genannten Teil der Studie wurden sämtliche Patienten erneut randomisiert. Sie erhielten entweder für 90 Tage nach der Ablation antiarrhythmische Medikamente oder nicht. Eingesetzt wurden unterschiedlichste Substanzen, am häufigsten Flecainid, Pilsicainid und Cibenzolin. Auch hier war die Intention, durch diese temporäre Behandlung langfristig Rezidive zu reduzieren.

Beide Substudien enttäuschen

In beiden Substudien gelang es aber letztlich nicht, die Rate der Patienten mit erneuten entweder behandlungsbedürftigen oder länger als 30 Sekunden andauernden Vorhof-Tachyarrhythmien zu senken. In der UNDER-ATP-Substudie hatten bei ATP-gesteuerter PVI 68,7% der Patienten nach Ablauf eines Jahres keine erneuten atrialen Tachyarrhythmien. In der konventionell therapierten Gruppe waren es kaum weniger, nämlich 67,1% (p=0,19).

In der EAST-AF-Substudie sah es ähnlich aus: 69,5% der mit Antiarrhythmika und 67,8% der konventionell behandelten Patienten waren nach einem Jahr noch ohne erneute Vorhoftachykardien (p=0,38). In dieser Auswertung wurden die ersten drei Monate, in denen antiarrhythmisch therapiert wurde, nicht mitgezählt, da es ja um die Langzeitrezidive ging. Wurden die ersten drei Monate separat ausgewertet, schnitt die Gruppe mit Antiarrhythmika-Therapie mit einer Rezidivrate von 41% erwartungsgemäß etwas besser ab als die Kontrollgruppe, wo 47,9% der Patienten Rezidive hatten. 

Literatur

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