Onlineartikel 11.12.2014

Ablationstherapie: Ist LAVA-Elimination der Weg zum Erfolg?

Was ist die optimale Strategie bei der Ablation des „arrhythmogenen Substrats“ bei Patienten mit struktureller Herzerkrankung und häufigen ventrikulären Tachykardien (VT)? Der Elektrophysiologe Dr. Pierre Jaïs von der Universität Bordeaux hielt beim 6. Euro VT/VF Meeting ein Plädoyer für die sogenannte LAVA-Elimination.

Katheterablationen können bei ICD-Trägern mit häufigen Schocks die Schockfrequenz senken. Es gibt allerdings Diskussionen um Methodiken und Endpunkte der Ablationsbehandlung.

Eine Möglichkeit ist die Elimination von Signalen einer lokalen abnormalen ventrikulären Aktivität („LAVA-Elimination“). Für die Identifikation von LAVA sind Mapping-Technologien erforderlich.

Insbesondere Wandverdünnungen in der hoch auflösenden CT-Bildgebung korrelieren Jaïs zufolge zumindest bei Patienten mit infarktassoziierten VTs gut mit dem Auftreten von LAVA.

LAVA-Elimination bei 195 ICD-Trägern

Jaïs berichtete in Berlin über Erfahrungen mit 195 ICD-Trägern mit häufigen Schockabgaben, bei denen mit Hilfe unterschiedlicher Mapping-Technologien eine vollständige Elimination von LAVA-Signalen angestrebt wurde.

Dies gelang bei 62 Prozent der Patienten. Die Prozedur dauerte im Mittel 3,5 Stunden. Die durchschnittliche Dauer der Radiofrequenzapplikation lag bei 28 Minuten.

80 Prozent ohne erneuten ICD-Schock

Nach einem medianen Follow-up-Zeitraum von 26 Monaten waren 60 Prozent der Patienten im Ausgangskollektiv frei von VT, und 80 Prozent hatten bis dahin keinen erneuten ICD-Schock erlebt. In einer multivariaten Analyse habe sich gezeigt, dass eine komplette LAVA-Elimination mit einem signifikant besseren Outcome korrelierte, so Jaïs.

So hatten Patienten mit inkompletter LAVA-Elimination im Vergleich zu Patienten mit kompletter LAVA-Elimination ein etwa dreifach erhöhtes Risiko für erneut auftretende VTs (HR 3,03; p<0,001) sowie eine mehr als doppelt so hohe Mortalität (HR=2,78, p=0,001). Und der Anteil der Patienten mit erneuten ICD-Schocks im Studienzeitraum lag bei 10% in der Gruppe mit kompletter LAVA-Elimination gegenüber 36% bei inkompletter LAVA-Elimination.

„Bereitschaft zur Ablation erhöht“

„Insgesamt haben diese Ergebnisse unsere Bereitschaft zu Ablationen bei ICD-Trägern erhöht“, betonte Jaïs.

Er gab allerdings zu, dass in dieser nicht randomisierten Studie ein gewisser Bias vorliegen könnte: „Es ist möglicherweise einfacher, bei Patienten mit weniger schwerer Erkrankung eine komplette LAVA-Elimination zu erreichen.“ Dem steht allerdings entgegen, dass es Patienten im NYHA Stadium III und IV waren, die in der Kohorte aus Bordeaux am meisten profitierten.