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03.07.2019 | Ablationstherapie | Nachrichten

Supraventrikuläre Rhythmusstörungen

Vorhofflimmern-Kardiomyopathie: Klappt die Ablation, erholt sich der Vorhof

Autor:
Philipp Grätzel

Bei Patienten, die an einer mit Vorhofflimmern assoziierten Kardiomyopathie leiden, verbessert eine erfolgreiche Ablation nicht nur die linksventrikuläre Pumpfunktion: Auch das Vorhofmyokard zeigt in der CAMERA-MRI-Studie deutliches Remodelling.

An der Catheter Ablation Versus Medical Rate Control in Atrial Fibrillation and Systolic Dysfunction – Magnetic Resonance Imaging (CAMERA-MRI) Studie hatten Patienten mit permanentem Vorhofflimmern und anders nicht zu erklärender, linksventrikulärer Dysfunktion teilgenommen. Sie wurden entweder per Katheterablation behandelt oder, im Sinne einer Frequenzkontrolle, rein medikamentös. In der Studie verbesserte sich bei erfolgreicher Ablation die LV-Funktion im Einklang mit anderen randomisierten Studien bei ähnlichen Patienten deutlich. Unklar war bisher jedoch, was sich – abgesehen von der Wiederherstellung des Sinusrhythmus – auf Ebene der Vorhöfe tut.

Vorhofflimmernlast ging um 90% zurück

Das haben sich die CAMERA-MRI-Autoren jetzt in einer Subgruppenanalyse genauer angesehen, und zwar bei 15 Patienten, bei denen sowohl zu Studienbeginn als auch im Follow-up – im Mittel nach 23 Monaten – ein rechtsatriales elektroanatomisches Mapping unter Einsatz des CARTO-3-Systems erfolgt war. Bei allen Patienten dieser Subgruppenanalyse war die Ablation rhythmologisch erfolgreich: Die Vorhofflimmerlast war durch den Kathetereingriff um jeweils mehr als 90 Prozent zurückgegangen. Die linksventrikuläre Pumpfunktion war bei diesen selektierten Patienten im Mittel von 34 Prozent auf 54 Prozent angestiegen, und die LV-Fibrose im MRT war rückläufig.

Vorhof erholte sich elektrisch und strukturell

Dies ging einher mit einer deutlichen Verbesserung der meisten elektrischen und strukturellen Parameter auf Vorhofebene. So verringerten sich die linke und rechte Vorhoffläche jeweils signifikant. Die Voltage-Messungen legten durchweg zu, was vor allem in posterioren und septalen Regionen auch das Signifikanzniveau erreichte. Die Zahl komplex fraktionierter atrialer Elektrogramme sank. Lediglich bei den (globalen wie regionalen) Leitungsgeschwindigkeiten tat sich wenig.

Insgesamt deuteten diese Befunde darauf hin, dass sich bei Patienten mit Vorhofflimmern und damit assoziierter LV-Kardiomyopathie durch eine Vorhofflimmerablation parallel zur Verbesserung der LV-Funktion auch das Vorhofmyokard elektrisch und strukturell erhole, so die Autoren. Dies könne unter Umständen erklären, warum gerade bei dieser Patientengruppe so gute Langzeitergebnisse mit einer Vorhofflimmerablation erzielt würden.

Literatur

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