Weniger Klinikaufenthalte wegen Herzinsuffizienz bei SGLT2-Hemmer-Therapie

Eine antidiabetische Therapie mit SGLT2-Hemmern war in einer neuen „Real World“-Studie mit einer deutlich niedrigeren Risiko für Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz assoziiert. Das könnte für einen Klasseneffekt sprechen – wofür es aber noch stärkerer Beweise bedarf. 

Mehr Strahlenexposition für den Arzt bei radialem Zugang

Im Vergleich zum femoralen Gefäßzugang sind Ärzte bei einer Koronarangiografie mit radialem Zugang teilweise bis zu doppelt so stark strahlenexponiert. Darauf deutet die Auswertung von Daten einer Teilpopulation der MATRIX-Studie hin.

Vasovagale Synkopen: Erfolgreiche Prävention durch Closed-Loop-Stimulation

Bisher fehlen größere Studien, die eine Prävention von vasovagalen Synkopen durch Schrittmacher-Stimulation aufzeigen. In der SPAIN-Studie wurde jetzt untersucht, ob ein spezielles System, das CLS (Closed Loop System) der Firma Biotronik, hier Vorteile bietet. Die Studie verlief erfolgreich.

Herzinsuffizienz: Überwachungssensor kann erneute Klinikeinweisung verhindern

Ein implantierbarer Sensor zum Monitoring des Pulmonalarteriendrucks hat in einer Real-World-Analyse zu einem beachtlichen Rückgang erneuter Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz geführt. Die Therapiekosten wurden erheblich gesenkt. Trotz dieser positiven Ergebnisse bleiben Zweifel am Nutzen des Devices.

Chirurgischer Vorhofohrverschluss: Registerdaten legen präventiven Nutzen nahe

Erforderliche Herzoperationen bei Patienten mit Vorhofflimmern bieten eine Gelegenheit, zusätzlich das linke Vorhofohr chirurgisch zu verschließen oder zu resezieren. Neue Studiendaten legen nahe, dass diese Zusatzmaßnahme kardioembolischen Schlaganfällen vorbeugen kann. Eindeutig bewiesen ist der Nutzen damit aber noch nicht.

Herzinsuffizienz: ARNI verbessert auch den Glukosestoffwechsel

Bei Diabetikern mit Herzinsuffizienz verbessert sich die Stoffwechsellage, wenn sie anstelle eines ACE-Hemmers mit dem „ARNI“ Sacubitril/Valsartan behandelt werden, so das Ergebnis einer post-hoc-Analyse der PARADIGM-HF-Studie.

Vorhofflimmern: Ablation wird unter Dabigatran deutlich sicherer

Die beim ACC-Kongress 2017 vorgestellte Studie RE-CIRCUIT zeigt erstmals, dass die Ablation von Vorhofflimmern mit deutlich überlegener Sicherheit durchgeführt werden kann, wenn anstelle eines Vitamin-K-Antagonisten ein neues orales Antikoagulans verwendet wird.

Subklinische Thromben auf TAVI-Klappen häufig vorzufinden

Subklinische Thromben auf Klappensegeln von TAVI-Prothesen sind im CT recht häufig vorzufinden. Derartige Veränderungen wurden in einer aktuellen Analyse durch eine Antikoagulation besser verhindert als durch eine duale Plättchenhemmung. Der Studienleiter stellte eine dahingehende Änderung der Leitlinien zur Diskussion.  

Digoxin bei Vorhofflimmern: Besser aus der Therapie verbannen?

Patienten mit Vorhofflimmern sollten zur Regulierung der Herzfrequenz künftig  keine Digoxin-Behandlung mehr erhalten – vor allem dann nicht, wenn die Symptome mit anderen Therapieoptionen beherrschbar sind. Diese Schlussfolgerung ziehen die Autoren aus Ergebnissen einer retrospektiven Analyse  von Daten der ARISTOTLE-Studie zu möglichen Risiken dieser Therapie.

ABSORB-III-Studie: Bioresorbierbarer Stent auf holprigem Weg

Der bioresorbierbare Absorb-Stent sorgt weiter für wenig erfreuliche Nachrichten. Eine aktuell vorgestellte  Vergleichsstudie bescheinigt der sich mit der Zeit im Körper auflösenden koronaren Gefäßstütze (Scaffold) klinische Nachteile gegenüber einem Drug-eluting  Stent (DES). Die US-Gesundheitsbehörde  FDA veröffentlichte  am selben Tag  einen Warnhinweis.

RNA-basierter Lipidsenker verringert LDL-Cholesterin um die Hälfte

Eine Behandlung mit der synthetischen siRNA Inclisiran verringert die LDL-Konzentration in der jetzt für Studien mit klinischen Endpunkten vorgesehenen Dosierung im Mittel um 53 Prozent. Erwächst den PCSK9-Hemmern hier eine günstigere Konkurrenz?

Wiedereröffnung chronischer Koronarverschlüsse: Viel Mühe, wenig Ertrag?

Die Wiedereröffnung chronischer Koronarverschlüsse (chronic total occlusion, CTO) ist schwierig und erfordert viel Expertise. Ob die Patienten von diesen oft komplexen Eingriffen  prognostisch profitieren, ist unklar. Der Versuch, einen solchen Nutzen nun erstmals in einer randomisierten Studie zu dokumentieren, schlug  fehl.

Funktionelle Beurteilung von Koronarstenosen: Macht neue Methode das Rennen?

Bei der invasiven Evaluation der funktionellen Relevanz von Koronarstenosen kündigt sich ein Wandel an: Eine  neue und leichter anwendbare  Messmethode hat jetzt unter Beweis gestellt, dass sie dem bisher genutzten  Verfahren der Fraktionelle Flussreserve (FFR)-Messung klinisch ebenbürtig ist.

Test entdeckt Myokardschäden nach allgemeinchirurgischen Eingriffen

Schädigungen des Herzens sind für einen von vier Todesfällen nach allgemeinchirurgischen Eingriffen verantwortlich. Mit perioperativen Tests auf das hochsensitive Troponin T könnten gefährdete Patienten frühzeitig erkannt und vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden.

Meilensteinstudie FOURIER – welche Auswirkungen auf die Praxis wird sie haben?

Mit der FOURIER-Studie ist bewiesen, dass sich auch die Cholesterinsenkung mit einem PCSK9-Hemmer in eine Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse übersetzt. Unser Experte Dr. Norbert Smetak gibt eine erste Einschätzung, was dies für die Praxis bedeuten könnte.

MRT-Perfusion identifiziert PCI-Kandidaten so zuverlässig wie die FFR

Eine Angiographie mit FFR-Messung gilt bei der Frage, welche Koronarstenosen hämodynamisch relevant sind und deshalb eine  perkutane Koronarintervention (PCI) erfordern, als Goldstandard. Die MR-INFORM-Studie zeigt nun, dass selbst bei hoher Prätestwahrscheinlichkeit auch nicht-invasiv stratifiziert werden kann.

Katheterablation ist unter Dabigatran-Schutz besonders sicher

Vorhofflimmern zu abladieren gelingt mit wesentlich weniger Komplikationen, wenn der Patient vor, während und nach der Prozedur mit Dabigatran anstelle eines Vitamin-K-Antagonisten antikoaguliert wird, so das Ergebnis der RE-CIRCUIT-Studie.

Levosimendan als Schutz bei Herzoperationen: Nicht alle Hoffnungen erfüllt

Der  positiv inotrope  Kalziumsensitizer Levosimendan  ist  wohl keine geeignete Option dafür,  bei herzoperierten Hochrisikopatienten mit erniedriger Auswurffraktion  das Risiko für perioperative Komplikationen zu reduzieren. Das legen die jetzt vorgestellten Ergebnisse der  Phase-III-Studie LEVO-CTS nahe.

HDL-Mimetikum taugt nicht zur Plaque-Regression

Der Versuch, durch am HDL-Cholesterin ansetzende Therapiekonzepte die Prävention kardiovaskulärer Ereignisse zu optimieren, will einfach nicht gelingen: Auch die Behandlung mit einem innovativen  Prä-beta-HDL-Mimetikum blieb den Beweis schuldig, dass sich damit der Plaque-Befall in  Koronararterien verringern lässt.

Kombinierte Faktor Xa- und Plättchenhemmung besteht Sicherheitstest

Rivaroxaban statt ASS in Kombination mit einem P2Y12-Inhibitor – lässt sich dadurch das antithrombotische Management nach akutem Koronarsyndrom (ACS) weiter verbessern? Die GEMINI-ASC-1-Studie zeigte jetzt zunächst, dass der neue Ansatz das Blutungsrisiko nicht erhöht.

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Auf dem Kongress/© davis / Fotolia
Expertenblickpunkt ACC Kongress 2017/© kardiologie.org