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09.03.2018 | ACC-Kongress 2018 | Nachrichten

Herzrhythmusstörungen bei Sportlern

American Football-Spieler leiden häufig an Vorhofflimmern

Autor:
Veronika Schlimpert

Das Risiko für Herzrhythmusstörungen scheint auch bei Sportlern, die eher auf Kraft angelegte Sportarten betreiben, erhöht zu sein. Jedenfalls hat sich in einer Analyse gezeigt, dass ehemalige American Football-Profis überdurchschnittlich häufig an Vorhofflimmern leiden.

 American Football-Spielern sollte man vielleicht anraten, die neue Smartwatch zum Vorhofflimmern-Screening zu tragen. Diese Sportler scheinen einer aktuellen Analyse zufolge nämlich besonders gefährdet zu sein, an der Rhythmusstörung zu erkranken. Die Analyse wurde aktuell beim Kongress der „American Collage of Cardiology“ (ACC) in Orlando vorgestellt. Fast zeitgleich wurde dort eine Studie präsentiert, die dem speziellen Armband der Apple Watch die Tauglichkeit zur Vorhofflimmern-Screening zuspricht.

Ganz neu ist die Erkenntnis allerdings nicht, dass Sportler zu Herzrhythmusstörungen neigen. In vielen Fällen sind diese Veränderungen durch eine trainingsbedingte Erhöhung des Parasympathikotonus zu erklären. Bisher wurde eine erhöhte Prävalenz von Vorhofflimmern hauptsächlich bei Ausdauersportler wie Marathonläufern gefunden. Die neue Analyse von Dr. Philip Aagaard legt nun nahe, dass auch Athleten, die kraftbetonte Sportarten betreiben, einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.

Immerhin 460 ehemalige NFL-Spieler in einem mittleren Alter von 56 Jahren haben Aagaard und Kollegen für ihre Studie rekrutieren können. Sie bekamen u.a. ein 12-Kanal-EKG angelegt und erhielten eine Echokardiografie-Untersuchung.

Bei 23 der ehemaligen Profisportlern, also bei 5%, wurde dabei Vorhofflimmern entdeckt. In einer vergleichbaren Kohorte von 925 Personen, die keine Leistungssportler waren, war die Rhythmusstörung bei nur fünf Personen vorzufinden (0,5%). Die NFL-Spieler hatten demnach ein um mehr als fünffach erhöhtes Risiko, Vorhofflimmern zu entwickeln (adjustierte Odds Ratio, OR: 5,5). Man beachte allerdings die große Schwankungsbreite mit einem 95%-Konfidenzintervall von 2,0 bis 15,4.

Im Übrigen kam Vorhofflimmern bei den üblicherweise sehr großen schweren Spielern im Offense- und Defensive-Line Block genauso häufig vor wie bei Spielern in anderen Positionen. 

Die ehemaligen Profisportler hatten auch zehnmal – und damit signifikant – häufiger einen Schrittmacher implantiert bekommen als die Kontrollgruppe (2,0 vs. 0,2%). Nicht überraschend war auch ihr Ruhepuls mit im Schnitt 60 Schlägen pro Minute deutlich niedriger (vs. 67 Schläge pro Minute). In einer Pressemitteilung der ACC vermuten die Studienautoren, dass die niedrige Herzfrequenz bei den Sportlern womöglich die typischen Symptome von Vorhofflimmern wie Palpitationen maskiert haben könnte.

Auch andere Veränderungen des Herzrhythmus  wie eine verlängerte QRS-Strecke (93 vs. 96 ms) oder ein AV-Block ersten Grades (18 vs. 8%) fanden sich bei den American Football-Spielern häufiger.  Aber auch dieser Befund ist keine große Überraschung, da AV-Blockierungen I. Grades vor allem bei Ausdauersportlern typisch sind. Solche Veränderungen des Herzrhythmus sind in der Regel als unproblematisch einzustufen.

Die Studienautoren von der Cleveland Clinic  nehmen ihre Ergebnisse zum Anlass, darauf hinzuweisen, wie wichtig regelmäßige medizinische Check-Ups bei Sportlern sind.

Literatur

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