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06.03.2018 | ACC-Kongress 2018 | Nachrichten

Sinnvolle Prophylaxe

Grippeimpfung verlängert Leben von Herzinsuffizienz-Patienten

Autor:
Veronika Schlimpert

In Deutschland kursiert derzeit eine schwere Grippewelle. Eine Metaanalyse legt nun nahe, dass eine Influenza-Impfung das Sterberisiko von Menschen mit einer Herzinsuffizienz beträchtlich senken kann.

Eine Grippeimpfung kann für Patienten mit Herzschwäche lebensrettend sein. Jedenfalls hat sich in einer Metaanalyse herausgestellt, dass das Sterberisiko geimpfter Patienten während einer Grippesaison um fast die Hälfte geringer ist als für nicht geimpfte Personen.  

Dr. Hidekatsu Fukuta wird die Analyse auf dem amerikanischen Kardiologen-Kongress (ACC) Ende dieser Woche vorstellen. Daten von 78.000 an einer Herzinsuffizienz erkrankten Patienten aus fünf Beobachtungsstudien flossen in die Analyse ein.

Erstaunlicherweise nahm durch die Impfung auch das Risiko für kardiovaskulär bedingte Krankenhauseinweisungen während der Grippezeit um 22% signifikant ab. Außerhalb der Grippesaison ging die Impfung mit einer 21% geringeren Gesamtsterblichkeit einher. Die Ergebnisse sprechen dafür, mehr Patienten mit Herzinsuffizienz gegen Grippe impfen zu lassen, wird der Studienautor in einer Pressemitteilung der ACC zitiert.

Keine explizite Empfehlung zur Grippeimpfung für Herzinsuffizienz-Patienten

Bisher wird diese prophylaktische Maßnahme weder von den Leitlinien der amerikanischen Fachgesellschaften ACC/AHA noch von der Europäischen Kardiologie-Gesellschaft (ESC) explizit für Herzinsuffizienz-Patienten empfohlen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät Menschen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung, und damit auch Patienten mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gegen Grippe impfen lassen.  

In den analysierten Studien schwankte die Impfungsrate deutlich, sie lag zwischen 26 und 86 Prozent.

Kausalität nicht belegt

Anhand der Studie lässt sich nicht nachweisen, ob die Impfung kausal den Tod und eine Verschlechterung der Herzfunktion der Patienten mit Herzinsuffizienz verhindert hat. Randomisierte Studien dazu gibt es bisher nicht. Pathophysiologisch scheint eine Kausalität aber durchaus plausibel. So zeigen Studien, dass die Sterblichkeit von Patienten mit Herzinsuffizienz während einer Grippeinfektion deutlich ansteigt. Die durch eine Virusinfektion ausgelösten Entzündungsprozesse könnten die Herzfunktion beeinträchtigen. Dies könnte wiederum erklären, warum eine Grippeimpfung mit einer geringeren Rate an kardiovaskulär bedingten Klinikeinweisungen einhergeht.

Literatur

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