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26.03.2019 | ACC-Kongress 2019 | Nachrichten

Ergebnisse der NHANES-Studie

Begünstigt auch moderater Alkoholkonsum Bluthochdruck?

Autor:
Joana Schmidt

Ein Glas Bier oder Wein pro Tag schadet nichts, lautet eine weit verbreitete Auffassung. Doch eine neue Studie aus den USA deutet jetzt an, dass auch regelmäßiger niedriger Alkoholkonsum nicht gut für die Herzgesundheit sein  könnte.

Forscher der Wake Forest Universität in North Carolina teilten über 17 000 Teilnehmer in drei Gruppen: Eine trank keinen Alkohol, die zweite etwas mehr (7–13 Drinks pro Woche) und die dritte viel (mehr als 14 Drinks pro Woche). Das Ergebnis: Die gemäßigten Trinker hatten eine um 53% höheres Risiko für Hypertonie im Stadium 1 (130–139/80–89 mmHg) und ein doppelt so hohes Risiko für Hypertonie im Stadium 2 (>140/>90 mmHg) wie die alkoholfreie Gruppe. Die Vieltrinker hatten sogar ein um 69% erhöhtes Risiko für Hypertonie im Stadium 1, ihr Risiko für Hypertonie im Stadium 2 war 2,4-mal so hoch wie das der Abstinenten.

Mäßiger Alkoholkonsum kann Blutdruck erhöhen

Die Studie wurde am 17. März 2019 auf der Jahrestagung des American College of Cardiology (ACC) in New Orleans von Hauptautor Amer Aladin präsentiert. Der Forscher des Wake Forest Baptist Medical Centers in North Carolina sagt: "Ich denke, dies wird ein Wendepunkt für die klinische Praxis, die zukünftige Forschung, Aufklärung und Gesundheitspolitik in Bezug auf Alkoholkonsum sein.“ Es sei die erste Studie, die zeige, dass sowohl starker als auch mäßiger Alkoholkonsum mit einem erhöhten Hypertonierisiko einhergehe.

Nach Ansicht der Forscher könnte der Einfluss von Alkohol auf den Blutdruck auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein. Da Alkohol kalorienreich ist und zusätzlich den Appetit erhöht, nimmt der Körper durch das Trinken mehr Kalorien auf, was eine Gewichtszunahme und damit Bluthochdruck fördert.

Je mehr Alkohol, desto höheres Risiko

Die Daten für die Studie stammen aus der National Health and Nutrition Examination Study (NHANES), eine große Untersuchung der amerikanischen Zentren für Krankheitsbekämpfung und Prävention über mehrere Jahrzehnte. Über 17.000 Erwachsene berichteten in Fragebögen über ihr Trinkverhalten, zudem wurde ihr Blutdruck gemessen. Insgesamt betrug der durchschnittliche Blutdruck bei den Nichttrinkern etwa 109/67 mmHg, bei den moderaten Trinkern
128/79 mmHg und bei den starken Trinkern 153/82 mmHg. Da Bluthochdruck ein führender kardiovaskulärer Risikofaktor ist, widerspricht die Studie der Auffassung, dass moderater Alkoholkonsum die Herzgesundheit fördert.

Literatur

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