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22.03.2019 | ACC-Kongress 2019 | Nachrichten

Medizinische Überwachung heute

Big brother is watching you

Autor:
PD Dr. Stefan Perings

Die Bedeutung unterschiedlicher kardialer Devices, welche mittels Fernabfrage eine Menge an medizinischen Informationen liefern können, nimmt kontinuierlich zu. Doch wie weit dürfen wir dabei gehen?

Die medizinischen Überwachungsmöglichkeiten reichen heute von der einfachen Prüfung der Systemintegrität bei Schrittmachern und ICD wie Sondenfunktion, Batterielaufzeit und Effizienz der SM-Stimulation bis hin zur frühzeitigen Detektion von Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder sogar ventrikulärer Tachyarrhythmien.

Moderne implantierbare Devices können auch mittels unterschiedlicher Verfahren wie Impedanzmessungen, Messung der Atemaktivität oder der Herzfrequenzvariabilität, Druckmessungen direkt in der Pulmonalarterie etc. Rückschlüsse auf das Maß einer Herzinsuffizienz zulassen.

Wenngleich der Nutzen zur frühzeitigen Detektion von Herzrhythmusstörungen in Studien wie TRUST oder CONNECT sowohl in Hinblick auf klinische Endpunkte als auch ökonomische Endpunkte recht gut belegt ist, so sind die Daten zur Erfassung von Herzinsuffizienz-Markern nicht ganz einheitlich. Obwohl in der IN-TIME Studie eine geringere Sterblichkeit in dem Fernabfrage-Arm nachgewiesen werden konnte, konnten die Studien OptiLink, REM-HF und MORE-CARE keinen eindeutigen Benefit des „Remote Controllings“ nachweisen. Allerdings konnte in der CHAMPION Studie mittels invasiver Messung des pulmonalarteriellen Druckes durch Fernabfrage die Morbidität und Mortalität gesenkt werden.

Die zukünftig denkbaren technischen Möglichkeiten fernabfragbarer, tragbarer oder implantierbarer Devices sind enorm. Sie reichen vom Monitoring der Einnahmetreue spezieller Diäten, Sportpläne und Medikamenteneinnahme über Kontrolle des individuellen Infektionsstatus, der Nierenfunktion, Ischämie-Markern, Blutzuckerspiegeln bis hin zur Überprüfung des Alkoholspiegels oder auch anderer Substanzen. Spätestens dann sind wir an einem Punkt angekommen, an dem wir uns fragen müssen, wo das technisch Machbare das ethisch Akzeptable überholt.

Literatur

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