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17.03.2019 | ACC-Kongress 2019 | Nachrichten

COAPT-Substudie vorgestellt

Clip-Therapie bei Mitralinsuffizienz: Nicht nur länger, sondern auch besser leben

Autor:
Peter Overbeck

Bei ausgewählten Patienten mit sekundärer Mitralinsuffizienz  reduziert  eine perkutane „edge-to-edge“-Reparatur  mit dem MitraClip-Verfahren Klinikeinweisungen und  Sterberisiko. Doch auch Herzinsuffizienz-Symptome nehmen dauerhaft ab und die Lebensqualität verbessert sich, wie eine COAPT-Substudie belegt.

In der 2018 publizierten  COAPT-Studie ist bekanntlich erstmals eine  deutliche Prognoseverbesserung durch  Transkatheter-Mitralklappenreparatur (TMVR) mit dem MitraClip-System bei Patienten mit Herzinsuffizienz und mittelschwerer bis schwerer sekundärer Mitralinsuffizienz unter Beweis gestellt worden. Nicht nur die Rate für Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz  wurde innerhalb von zwei Jahren im Vergleich zur Standardtherapie signifikant reduziert (35,8% vs. 67,9%), sondern auch die Gesamtmortalität (29,1% vs. 46,1%). 

In einer  beim ACC-Kongress vorgestellten neuen Substudie hat die COAPT-Gruppe nun auch den subjektiven Gesundheitsstatus einschließlich der Lebensqualität  der mehr als 600 Studienteilnehmer genauer analysiert.  Als Instrumente zur Messung der herzinsuffizienzspezifischen wie auch krankheitsübergreifenden (generischen) Lebensqualität wurden dabei der Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire (KCCQ, Scores von 0 – 100)) und der SF-36-Gesundheitsfragebogen (Physical and Mental Summary Scores)  periodisch genutzt. Erhebungen wurden zum Zeitpunkt nach einem Monat  sowie nach sechs, zwölf und 24 Monaten durchgeführt.

Rasche Verbesserung der Lebensqualität durch TMVR

Zu Beginn betrug der mittlere  KCCQ-Gesamtscore  der Teilnehmer 52,4, (mit einem Score für Lebensqualität von 44.9), was auf einen eingeschränkten Gesundheitsstatus schließen lässt.  In der standardmäßig behandelten Gruppe änderte sich daran im Studienzeitraum nicht viel.

Dagegen war anhand der KCCQ-Ergebnisse in der TMVR-Gruppe schon nach einem Monat eine deutlich Verbesserung der krankheitsspezifischen Lebensqualität zu beobachten, berichtete Dr. Susanne Arnold aus Kansas City beim ACC-Kongress in New Orleans. Beim  KCCQ-Gesamtscore war bereits zu diesem Zeitpunkt ein mittlerer Anstieg um knapp 16 Punkte in Relation zur Kontrollgruppe mit Standardtherapie zu verzeichnen.

Wirkung war von Dauer 

Diese Verbesserung des subjektiven Befindens erwies sich als relativ stabil: Nach zwei Jahren betrug der Unterschied beim  KCCQ-Gesamtscore zwischen den Gruppen noch immer im Mittel 12,8 Punkte (p <0,001). In den SF-36-Summenscores spiegelten sich in ähnlicher Weise anhaltende Verbesserungen der Lebensqualität in der TMVR-Gruppe wider. 

Zusätzlich zu den Daten zur Reduktion von Hospitalisierungen und Mortalität stützen auch die COAPT-Ergebnissen zum subjektiven Gesundheitsstatus den Einsatz der MitraClip-Behandlung bei Patienten mit Herzinsuffizienz und moderater bis schwerer sekundärer Mitralinsuffizienz, die trotz maximaler Standardtherapie weiterhin symptomatisch sind, so das Fazit von Studienleiterin Arnold.

Literatur

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