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21.03.2019 | ACC-Kongress 2019 | Nachrichten

Vergleich mit DPP4-Hemmern in der EMPRISE-Studie

Empagliflozin: Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz auch in der Routineversorgung reduziert

Autor:
Peter Overbeck

Ergebnisse einer Analyse von “Real-world”-Daten aus dem US-amerikanischen Versorgungsalltag sprechen für einen günstigen Einfluss des SGLT2-Hemmers Empagliflozin auf Mortalität und Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz im Vergleich zur Therapie mit DPP4-Hemmern.

In der Ende 2015 vorgestellten randomisierten EMPA-REG-OUTCOME-Studie konnte bekanntlich erstmals gezeigt werden, dass mit dem SGLT2-Hemmer Empagliflozin ein Antidiabetikum bei Risikopatienten mit Typ-2-Diabetes die Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse signifikant verringert. Sowohl die kardiovaskulären Mortalität (relative Risikoreduktion: 38 Prozent) als auch Klinikeinweisung wegen Herzinsuffizienz (relative Risikoreduktion um 35 Prozent)  wurden in Relation zum Placebo-Arm der Studie deutlich reduziert.

Würden diese positiven Effekte der Empagliflozin-Therapie auch unter den Bedingungen der täglichen Routineversorgung in Relation zu anderen Antidiabetika zur Geltung kommen? Dieser Frage ist eine Untersuchergruppe um Dr. Elisabetta Patorno vom Department of Medicine, Brigham & Women’s Hospital in Boston, im Rahmen des EMPRISE-Studienprogramms (EMPagliflozin compaRative effectIveness and SafEty) nachgegangen. Ergebnisse einer Zwischenanalyse hat Patorno beim ACC-Kongress in New Orleans vorgestellt.

Vergleich von zwei gematchten Gruppen

Ausgangsbasis dieser Analyse bildeten aus drei US-Datenbanken herangezogene Daten von 347.031 US-Patienten mit Typ-2-Diabetes, bei denen in der Zeit zwischen August 2014 und September 2016 erstmals eine Therapie mit Empagliflozin oder einem DPP4-Hemmer begonnen worden war. Aus dieser großen Population sind dann per Propensity-Score-Matching im Verhältnis 1:1 zwei in ihren Basischarakteristika weitgehend angeglichene Vergleichsgruppen von jeweils 17.551 Patienten mit Empagliflozin- oder DPP4-Hemmer-Therapie generiert worden.

Wie die Nachbeobachtung bei diesen Patienten ergab, war die Empagliflozin-Therapie im Vergleich zur DPP-4-Hemmer-Behandlung mit einem relativ um 39% niedrigeren Risiko für Herzinsuffizienz-bedingte Klinikeinweisungen und Todesfälle jeglicher Ursache assoziiert (Hazard Ratio 0,61, 95% Konfidenzintervall 0,40 – 0,95). Mit 33 versus 63 war die Zahl der Ereignisse zum Zeitpunkt dieser frühen Zwischenanalyse allerdings noch relativ niedrig (Inzidenz: 4,16 versus 8,42/1000 Patienten pro Jahr).

Risiko im Vergleich zu DPP4-Hemmern um 39% niedriger

Ausschlaggebend für die Reduktion dieser Ereignisse war der Unterschied bei den Hospitalisierungen infolge Herzinsuffizienz, deren Zahl unter Empagliflozin um 51% niedriger war (16 vs. 41 Ereignisse, HR 0,49, 95% CI 0,27 – 0,89). Bei den Todesfällen gab es nur einen geringen Unterschied  (17 vs. 22 Ereignisse). Auch im Hinblick auf Gliedmaßen-Amputationen (17 vs. 13) und Knochenfrakturen (16 vs. 19) waren die Unterschiede zwischen den beiden antidiabetischen Therapien nur marginal. Hospitalisierungen wegen diabetischer Ketoazidose wurden in der Empagliflozin-Gruppe jedoch häufiger beobachtet (23 vs. 12 Ereignisse, HR 1,74, 95% CI 0,84 – 3,58).

Nach Einschätzung von Patorno stehen diese „Real-World“-Beobachtungen weitgehend im Einklang mit dem klinischen Profil, das Empagliflozin in der randomisierten EMPA-REG-OUTCOME-Studie offenbart hat.

Literatur

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