Nachrichten 19.03.2019

Herzinsuffizienz: Fernüberwachung per PA-Drucksensor bewährt sich in der Versorgung

In einer Post-Marketing-Studie mit 1200 Herzinsuffizienzpatienten der NYHA Klasse III hat das CardioMEMS-Implantat Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz im Mittel mehr als halbiert.

Das CardioMEMS-Implantat von Abbott Vascular wird über einen V. femoralis Zugang in der Pulmonalarterie platziert und misst den pulmonalarteriellen Druck. Die Werte werden an ein Telemedizinportal übermittelt und sind dort für den behandelnden Arzt einsehbar.

In der randomisierten CHAMPIONS-Studie hatte diese Art von Implantat Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz über 15 Monate um rund ein Drittel reduziert, ohne dass die Zahl anderer Krankenhauseinweisungen angestiegen wäre.

Bei der ACC-Tagung in New Orleans wurden jetzt die Ergebnisse eines großen Post-Marketing-Registers vorgestellt, in dessen Rahmen Patienten mit Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse III an insgesamt 104 Studienzentren in den USA zwischen 2014 und 2018 mit dem Implantat versorgt wurden. Die Patienten mussten in den zwölf Monaten vor Studienbeginn zumindest einmal wegen Herzinsuffizienz stationär gewesen und optimal medikamentös versorgt sein. 53% der Patienten hatten eine EF von unter 40%, 30% lagen bei über 50%, der Rest dazwischen. Fast alle Patienten nahmen Betablocker und Diuretika, drei von vieren RAS-Hemmstoffe und zwei von dreien auch einen Aldosteronantagonisten.

Von insgesamt 1214 für die Studie registrierten Patienten gelang die Implantation des Sensors bei 1200 Patienten. Von diesen waren 859 für das 12-Monats-Follow-up verfügbar. 191 Patienten starben. Was die reine Hämodynamik anging, funktionierte das Implantat gut: Je länger die Patienten in der Studie waren, umso besser gelang es den Ärzten, den PA-Druck im Ausgangskorridor zu halten.

Deutlicher Rückgang bei Klinikeinweisungen

Klinisch ging dies einher mit einem deutlichen Rückgang der Krankenhauseinweisungen: Hatten die Patienten im Jahr vor Implantation im Mittel 1,24 Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz, waren es im Jahr nach Implantation nur 0,52 (HR 0,42; p<0,0001). Wurden Todesereignisse mitgezählt, sank die Ereignisrate immer noch von 1,24 auf 0,69 (HR 0,56; p<0,0001). Besonders interessant ist, dass auch die Krankenhauseinweisungen jeglicher Ursache signifikant zurückgingen, von im Mittel 2,25 im Jahr vor Implantation auf im Mittel 1,61 im Jahr danach (HR 0,72; p>0,0001). Es gab also keine Verschiebungen hin zu Hospitalisierungen mit anderer Einweisungsdiagnose, wie das bei anderen Telemedizinstudien oft zu beobachten ist.

Fast keine implantatassoziierte Komplikationen

Die Auswertung nach Herzfunktion zeigte, dass die Patienten unabhängig von ihrer EF mehr oder weniger gleichmäßig von dem Implantat profitierten. Auch bei anderen Subgruppen – ethnische Abstammung, Geschlecht, ischämische/nichtischämische Kardiomyopathie und ICD-/CRT-Träger/-Nichtträger – gab es keine größeren Unterschiede.

Schließlich wurden auch die primären Sicherheitsendpunkte problemlos erreicht. 99,7% der Patienten waren nach einem Jahr frei von implantatassoziierten Komplikationen, und ein Sensorversagen gab es nur bei einem von 1200 Patienten.

Literatur

Shavelle D. Pulmonary Artery Pressure-Guided Therapy for Ambulatory Heart Failure Patients in Clinical Practice; 1-Year Outcomes from the CardioMEMS Post-Approval Study. Late Breaking Clinical Trials ACC/JAMA, ACC-Kongress 2019, 16. – 18. März. 17. März 2019, New Orleans

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