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19.03.2019 | ACC-Kongress 2019 | Nachrichten

Perkutaner Klappenersatz bei Aortenstenose

Registerdaten: TAVI ist auch bei bikuspider Klappe eine Option

Autor:
Philipp Grätzel

Transkatheter-Aortenklappeneingriffe (TAVI) gewinnen immer mehr Boden. Aber wie sieht es bei besonderen Anatomien aus? US-Registerdaten deuten darauf hin, dass die TAVI auch bei bikuspiden Klappen eine Option ist. Das Schlaganfallrisiko ist aber höher.

Bikuspide Aortenklappen sind eine der häufigsten kongenitalen Anomalien des Herzens. Bis zu ein Prozent der Allgemeinbevölkerung seien davon betroffen, sagte Dr. Raj Makkar vom Cedars-Sinai Heart Institute in Los Angeles bei der Jahrestagung des American College of Cardiology in New Orleans.

Auch Menschen mit bikuspiden Aortenklappen können eine Aortenstenose entwickeln. Zu der Frage, ob bei diesen Patienten dann eine TAVI zum Einsatz kommen kann, gab es bisher kaum Daten – auch wenn das Verfahren bei diesen Patienten durchaus eingesetzt wird.

Makkar hat in New Orleans jetzt eine Analyse aus dem nordamerikanischen STS/ACC TVT Register vorgelegt, das mehr als 80.000 Patienten umfasst, die sich zwischen 2015 und 2018 einer TAVI-Prozedur unterzogen haben. Sie identifizierten immerhin 2691 Patienten mit biskuspider Klappe und matchten diese mit der gleichen Anzahl von merkmalsgleichen Patienten mit trikuspider Klappe. Das Matching erfolgte anhand von 25 Variablen, war also relativ eng. Die TAVI-Patienten in der Auswertung wiesen alle ein mittleres oder hohes Operationsrisiko auf.

Nahezu gleiche Mortalitätsraten …

Die Wissenschaftler um Makkar sahen sich primär die Sterblichkeit nach 30 Tagen und nach einem Jahr an. In der Gruppe mit bikuspiden Klappen waren 2,6% der Patienten nach 30 Tagen und 10,8% der Patienten nach einem Jahr verstorben. In der Vergleichsgruppe mit trikuspiden Klappen sah es sehr ähnlich aus: 2,4% waren nach 30 Tagen und 12,1% nach einem Jahr verstorben. Auch hinsichtlich der Klappenfunktion gab es zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede.

… aber mehr Schlaganfälle bei bikuspiden Klappen

Wo es einen Unterschied gab, war bei der Schlaganfallrate. Sie war in der Gruppe mit bikuspiden Klappen signifikant um die Hälfte höher, allerdings auf niedrigem Niveau: 2,4% der Patienten erlitten innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff einen Schlaganfall jeglicher Ursache, gegenüber 1,6% bei trikuspiden Klappen. „Insgesamt sind diese Raten sehr akzeptabel“, so Makkar, der deswegen betonte, dass auch Patienten mit bikuspiden Aortenklappen bei mittlerem bis hohem Operationrisiko eine TAVI erhalten können.

Allerdings: Die Konversionsrate zum offenen chirurgischen Eingriff war bei bikuspiden Klappen mit 0,9% mehr als doppelt so hoch wie bei trikuspiden Klappen (0,4%). Es traten also mehr prozedurale Komplikationen auf. Auch deswegen würde Makkar die Ergebnisse nicht einfach auf Patienten mit niedrigem Operationsrisiko übertragen wollen. Beim Niedrigrisikokollektiv plädierte er für eine randomisierte Studie.

Literatur

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