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03.04.2019 | ACC-Kongress 2019 | Nachrichten

6-Monate-Daten der Studie RADIANCE-HTN SOLO

Renale Denervation mindert den Bedarf an Blutdrucksenkern

Autor:
Peter Overbeck

Eine nach renaler Denervation länger anhaltende Blutdrucksenkung mindert anscheinend den Bedarf an blutdrucksenkenden Medikamenten, wie 6-Monate-Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Studie nahelegen.

Die nach den enttäuschenden Ergebnissen der SYMPLICITY-HTN-3-Studie von vielen schon für tot erklärte renale Denervation erfreut sich als innovative katheterbasierte Methode zur Blutdrucksenkung inzwischen ihrer wissenschaftlichen Wiederbelebung. Zwei neue und methodisch besser konzipierte Studien haben mittlerweile den Nachweis erbracht, dass sich ein erhöhter Blutdruck mit dieser interventionellen Methode auch bei einer sehr speziellen Patientengruppe signifikant stärker senken lässt als mit einer Scheinprozedur (sham control) – nämlich  bei Patienten mit Hypertonie, die aus Forschungsgründen vorübergehend keine antihypertensive Medikation erhalten.

Außer in  SPYRAL HTN-OFF MED ist dies auch in der RADIANCE-HTN- SOLO-Studie gezeigt worden. Die Hauptergebnisse dieser Studie, an der 146 Patienten mit Hypertonie beteiligt waren,  hat Dr. Laura Mauri bereits beim Kongress EuroPCR 2018 in Paris vorgestellt. Danach ist der systolische Blutdruck zum Zeitpunkt nach zwei Monaten in der Gruppe mit  per endovaskulärem Ultraschall als Energieform vorgenommener renaler Denervation um -8,5 mmHg und in der Kontrollgruppe um -2,2 mmHg gegenüber den Ausgangswerten gesenkt worden. Das entspricht einer signifikant um -6,3 mmHg (Intention-to-Treat-Analyse) bzw. um -8,2 mmHg (Per-Protocol-Analyse) stärkere Blutdrucksenkung in der Gruppe mit Denervation.

Rückkehr zur Medikation nach zwei Monaten

Jetzt sind beim ACC-Kongress die simultan im Fachblatt „Circulation“ publizierten 6-Monats-Daten der RADIANCE-HTN- SOLO-Studie vorgestellt worden. In den ersten zwei Monaten war auf jegliche medikamentöse Therapie mit Antihypertensiva verzichtet worden. In den folgenden vier Monaten ist dann bei allen Teilnehmern, die bei der häuslichen Messung Blutdruckwerte ≥135/85 mmHg aufwiesen, zur medikamentösen Therapie zurückgekehrt worden. Die sequenzielle Auftitrierung der Medikation erfolgte bei weiterhin aufrechterhaltener Verblindung bezüglich der Studientherapie (Denervation vs. Scheinbehandlung) schrittweise nach einem standardisierten Protokoll.

Nach sechs Monaten waren von 140 Teilnehmern komplette Daten der ambulanten Blutdruckmessung verfügbar. Zu diesem Zeitpunkt war der Anteil der Patienten, die inzwischen eine Behandlung mit Antihypertensiva erhalten hatten, in der Gruppe mit renaler Denervation signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe (65,2% vs. 84,5%, p = 0,008). Die Zahl verordneter Blutdrucksenker war in der Gruppe der Interventionell behandelten Patienten ebenfalls signifikant niedriger (0,9 vs. 1,3, p = 0,010).

Systolischer Wert anhaltend niedriger

Trotz der weniger intensiven Medikation war der bei ambulanter Blutdruckmessung  am Tag ermittelte systolische Wert auch nach sechs Monaten in der Gruppe mit Denervation noch immer niedriger als in der Kontrollgruppe (-18,1  vs. -15,62 mmHg, Unterschied nach Adjustierung für Ausgangsblutdruck und  Zahl der Medikamente:  -4,3 mmHg,  p=0,024).

Die Studienautoren schlussfolgern aus diesen Ergebnissen, dass der blutdrucksenkende Effekt der mittels endovaskulärem Ultraschall vorgenommenen renalen Denervation nach sechs Monaten erhalten geblieben  war und mit einer niedrigeren Verordnungsquote bezüglich blutdrucksenkender Medikamente einherging.

Literatur

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