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20.03.2019 | ACC-Kongress 2019 | Nachrichten

Schwere Herzinsuffizienz

Starkes MOMENTUM für modernes linksventrikuläres Unterstützungssystem

Autor:
Philipp Grätzel

Bei den linkventrikulären Unterstützungssystemen (LVAD) dürfte sich ein neuer Standard etablieren. In der MOMENTUM 3-Studie war die HeartMate III-Pumpe ihrer Vorgängerin deutlich überlegen.

Das LVAD HeartMate II von Abbott Vascular ist seit vielen Jahren ein Standard bei der Therapie von schwer herzinsuffizienten Patienten mit Herzunterstützungssystemen. Doch auch wenn die Zahl der LVAD-Patienten in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist: Die Therapie bleibt komplikationsträchtig. Schlaganfälle und gastrointestinale Blutungen sind nicht selten. Und vor allem droht immer eine Pumpenthrombose, die durch die komplexe Mechanik der LVAD-Pumpen begünstigt wird.

Prof. Mandeep Mehra vom Brigham and Women’s Hospital Vascular Center in Boston hat bei der ACC-Tagung in New Orleans jetzt die Ergebnisse der MOMENTUM 3-Studie vorgestellt, die, wenn nicht alles täuscht, einen großen Fortschritt für LVAD-Patienten bedeuten.

Höhere Überlebensrate mit dem neuen System

In der randomisierten, kontrollierten Studie, an der insgesamt 1028 Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz teilnahmen, wurde die HeartMate II-Pumpe mit ihrer Nachfolgerin, der HeartMate III verglichen. Bei der neuen Pumpe sind die Schläuche durchweg relativ weit, was Scherkräfte reduziert. Vor allem aber arbeitet sie weitgehend reibungsarm dank Einsatz von Magnettechnologie. Das verringert Stasezeiten des Bluts und sollte in der Theorie die Thromboseneigung stark senken.

Klappt das auch in der Praxis? Die MOMENTUM-3-Studie spricht dafür. Primärer Endpunkt der Studie war das Überleben ohne schweren Schlaganfall (mRS > 3) und ohne erneuten operativen Eingriff am LVAD über zwei Jahre. Das erreichten 74,7% der Patienten mit HeartMate III-Pumpe, gegenüber 60,6% mit HeartMate II-Pumpe. Der Unterschied ist hoch signifikant (p<0,0001), und die beiden Kurven gingen praktisch von Beginn an kontinuierlich auseinander. Mit jedem Monat wird der Nutzen des neuen Implantats größer. Nur bei 2,3% der Patienten mit neuem Implantat, aber bei 11,3% mit dem bisherigen Implantat musste die Pumpe in den ersten zwei Jahren ersetzt werden.

Weniger Pumpenthrombosen

Der Vorteil der neuen Pumpe wurde in der MOMENTUM 3-Studie wesentlich getrieben durch weniger Pumpenthrombosen. Die Zahl der Verdachtsfälle auf Pumpenthrombose war bei Patienten mit neuer Pumpe um 90% geringer. Es gab auch nur halb so viele schwere Schlaganfälle (9,9% vs. 19,4%) und weniger Blutungen jeglicher Art (43,7% vs. 55%).

Ohne gastrointestinale Blutung waren nach zwei Jahren 70,9% der Patienten mit neuer und 63,2% der Patienten mit alter Pumpe. Signifikant seltener waren auch ventrikuläre Arrhythmien. Entsprechend hatten die Patienten mit neuer Pumpe signifikant weniger Krankenhausaufenthalte. Bei der Lebensqualität gab es keine Unterschiede.

Insgesamt seit die HeartMate III-Pumpe ihrer Vorgängerin damit klar überlegen, so Mehra. Besonders eindrucksvoll ist Mehras Berechnung des Netto-Nutzens. Die „Number Needed to Treat“ um im Vergleich zur bisherigen Pumpe eine Pumpenthrombose, einen Schlaganfall oder eine Blutung zu vermeiden, ist kleiner als eins. Bei 100 Patienten mit neuer Pumpe werden über zwei Jahre 108 derartige Ereignisse verhindert.

Literatur

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