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27.11.2018 | AHA-Kongress 2018 | Nachrichten

Sorgfältige Nachbeobachtung ist lebenswichtig

Broken-Heart-Syndrom mit kardiogenem Schock erhöht das Sterberisiko auch langfristig

Autor:
Joana Schmidt

Manche Patienten mit sogenanntem Broken-Heart-Syndrom erleiden einen kardiogenen Schock. Überleben sie diesen, haben sie in den folgenden Jahren ein deutlich höheres Sterberisiko als Betroffene ohne kardiogenen Schock.

Entsprechende Studienergebnisse hat eine Gruppe internationaler Forscher beim Kongress der American Heart Association (AHA) 2018 in Chicago vorgestellt. Ihre wichtigste Schlussfolgerung: Patienten mit Broken-Heart-Syndrom sollten nach einem kardiogenen Schock über einen längeren Zeitraum sorgfältig beobachtet werden. Für ihre Analyse werteten sie Daten des weltweit größten Registers zur Tako-Tsubo-Kardiomyopathie aus (www.takotsubo-registry.com), gegründet vom Universitätsspital Zürich.

Broken-Heart-Syndrom äußert sich ähnlich wie Herzinfarkt

Auch Tako-Tsubo-Kardiomyopathie oder Stress-Kardiomyopathie wird das Broken-Heart-Syndrom genannt. Die seltene Funktionsstörung des Herzmuskels tritt oft nach ungewohnter körperlicher oder emotionaler Belastung auf. Wie beim Herzinfarkt haben Patienten Brustschmerzen oder Atembeschwerden. Jedoch sind weder Arterien blockiert, noch wird der Herzmuskel geschädigt.

Übersteht der Patient die akute, lebensbedrohliche Phase, erholt er sich innerhalb von Tagen oder Wochen. In etwa einem von zehn Fällen erleiden Broken-Heart-Syndrom-Patienten einen kardiogenen Schock, bei dem das Herz zu wenig Blut in den Körper pumpt, um ihn ausreichend zu versorgen. Was diese Komplikation für Patienten mit Broken-Heart-Syndrom bedeutet, war bisher wenig erforscht. Deshalb verglichen Wissenschaftler die Daten von 2078 Betroffenen, von denen 198 solch einen Schockzustand erlebt hatten.

Risikofaktoren der Betroffenen unterscheiden sich deutlich

Durch die Datenanalyse entdeckten die Forscher erstaunlich große Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Im Vergleich zu Patienten mit Broken-Heart-Syndrom ohne kardiogenen Schock war es bei den davon betroffenen Patienten deutlich wahrscheinlicher, dass

  • das Syndrom durch physischen Stress wie eine Operation oder einen Asthma-Anfall ausgelöst (66,7 vs. 33,0 %),
  • sie während des Krankenhausaufenthalts starben (23,5 vs. 2,3 %) oder innerhalb der folgenden fünf Jahre,
  • sie Vorhofflimmern hatten (13,1 vs. 5,7 %),
  • sie eine linksventrikuläre Dysfunktion hatten (80,3 vs. 70,2 %),
  • weitere Risikofaktoren auf sie zutrafen, etwa Diabetes (21,0 vs. 14,8 %) oder Rauchen (27,4 vs. 19,3 %).

Vorboten eines kardiogenen Schocks rechtzeitig erkennen

Patienten mit Broken-Heart-Syndrom und kardiogenem Schock haben sowohl innerhalb der folgenden 60 Tage als auch innerhalb der nächsten fünf Jahre ein deutlich erhöhtes Sterberisiko. Wird ein Patient ins Krankenhaus eingeliefert, sollten Ärzte darauf achten, ob er erste Anzeichen zeigt, einen Schockzustand zu entwickeln. Die oben genannten Parameter helfen bei der frühen Erkennung gefährdeter Patienten: Treffen sie zu, sollten Ärzte den Betroffenen genau beobachten, um notfalls sofort reagieren zu können.

Die Registerstudie zeigt auch, dass Patienten mit einem kardiogenen Schock seltener während der akuten Phase starben, wenn ihr Herz künstlich unterstützt wurde, etwa durch eine intraaortale Ballonpumpe oder extrakorporale Membranoxygenierung (12,8 vs. 28,3%). Zuvor sollte jedoch genau geprüft werden, ob der einzelne Patient dafür geeignet ist. Ist das der Fall, geben diese Maßnahmen seinem Herzen Zeit, sich zu regenerieren, und können dadurch sein Leben retten.

Literatur

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