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21.11.2018 | AHA-Kongress 2018 | Nachrichten

Ergebnisse der randomisierten REGROUP-Studie

Bypass-OP: Endoskopische Venenentnahme besteht klinischen Vergleich mit offener Technik

Autor:
Peter Overbeck

Im Fall einer Bypass-Operation mit Verwendung von Vena-saphena-Grafts ist die endoskopische Saphenektomie der konventionellen offenen Venenentnahme in klinischer Hinsicht ebenbürtig. Beim Risiko für kardiale Komplikationen besteht kein Unterschied, belegen Daten einer randomisierten Studie.

Die Vena saphena magna wird als Graftmaterial bei aortokoronaren Bypass-Operationen noch immer häufig verwendet. Eine konventionelle Venenentnahme („open vein harvesting“, OVH) durch einen Hautschnitt entlang des Verlaufs dieser Vene kann unter Umständen mit einer sehr langen Hautinzision und einer entsprechend großen Wundfläche einhergehen – was mit postoperativen Schmerzen, eingeschränkter Mobilisierbarkeit und einem potenziell erhöhten Risiko für Wundheilungsstörungen und Wundinfektionen verbunden sein kann.

Als schonendere Alternative sind deshalb endoskopische Techniken der Venenentnahme („endoscopic vein harvesting“, EVH) entwickelt worden, die nur noch minimale Hautschnitte erfordern. Beunruhigende Ergebnisse einer Beobachtungsstudie haben allerdings den Verdacht  aufkommen lassen, dass endoskopisch entnommene Venengrafts mit einer niedrigeren Offenheitsrate und einer höheren Mortalität assoziiert sein könnten.

Vor diesem Hintergrund hielten US-Untersucher die Zeit für gekommen, die Frage der Sicherheit beider Techniken in einer multizentrischen randomisierten Studie definitiv zu klären. In die vom U.S. Department of Veterans Affairs in den USA unterstützte REGROUP-Studie (Randomized Endovein Graft Prospective Trial) hat die Gruppe um Dr. Marco Zenati aus Boston an 16 herzchirurgischen Zentren insgesamt 1150 Patienten mit geplanter aortokoronarer Bypass-Operation aufgenommen.

Entnahme durch mit der Technik vertraute Chirurgen

Nach Randomisierung der Patienten auf zwei Gruppen sind die bei der Operation benötigten Venengrafts dann von in dieser Technik sehr erfahrenen Chirurgen entweder endoskopisch oder offen entnommen worden. Primärer Endpunkt der Studie war eine Kombination schwerwiegender kardialer Ereignisse (Tod, Myokardinfarkt, erneut notwendige Revaskularisation). Die mediane Dauer der Nachbeobachtung betrug  2,78 Jahre. Studienleiter Zenati hat die simultan im „New England Journal of Medicine“ publizierten Studienergebnisse beim Kongress der American Heart Association (AHA) 2018 in Chicago vorgestellt.

Kein Unterschied beim primären Endpunkt

Danach waren im Follow-up-Zeitraum der Studie die Raten für alle Ereignisse des primären Endpunkts mit 15,5% (offene Entnahme) und 13,9% (endoskopische Entnahme) nicht signifikant unterschiedlich (Hazard Ratio 1,12; 95% Konfidenzintervall [CI] 0,83 – 1,51; p=0,47).

Die entsprechenden Raten für die Mortalität betrugen 8,0% versus 6,4% (HR 1,25; 95% CI 0,81 – 1,92), die Raten für nicht tödliche Myokardinfarkte 5,9% versus 4,7% (HR 1,27; 95% CI 0,77 – 2,11). Einer erneuten Revaskularisation wurden 4,7% (OVH-Gruppe) und 5,4% (EVH-Gruppe) aller Patienten unterzogen (HR 1,14; 95% CI 0,70 – 1,85). Wundinfektionen am Bein wurden in der „open harvest“-Gruppe häufiger beobachtet (3,1% vs. 1,4%; relatives Risiko 2,26; 95% CI 0,99 – 5,15).

Insgesamt zeichnete sich demnach ein positiver Trend zugunsten der endoskopischen Venenentnahme ab. Studienleiter Zenati zieht aus den Ergebnissen den Schluss, dass die endoskopische Saphenektomie die Technik der Wahl für die Venenentnahme bei  Bypass-Operationen sein sollte – allerdings nur, wenn genügend Erfahrung mit dieser Methode besteht. Die Nachbeobachtung der Studienteilnehmer soll im Übrigen noch einige Zeit fortgesetzt werden.

Literatur

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