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20.11.2018 | AHA-Kongress 2018 | Nachrichten

EMPA-HEART-Studie gibt Einblicke

Kardioprotektion durch Empagliflozin: Neue Erkenntnisse zu den Wirkmechanismen

Autor:
Peter Overbeck

Zu den kardioprotektiven Effekten von Empagliflozin bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und stabiler Koronarerkrankung könnten als Wirkmechanismus auch günstige strukturelle Herzveränderungen durch den SGLT2-Hemmer beizutragen, wie neue Studiendaten nahelegen.

Die Ergebnisse der Ende 2015 vorgestellten EMPA-REG-OUTCOME-Studie haben bekanntlich nicht nur Diabetologen in Aufregung versetzt. Konnte in dieser Studie doch erstmals gezeigt werden, dass mit dem SGLT2-Hemmer Empagliflozin ein Antidiabetikum nicht nur den Blutzucker, sondern bei Risikopatienten mit Typ-2-Diabetes zugleich die Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse signifikant reduziert. Dabei stach eine signifikante Reduktion der kardiovaskulären Mortalität um 38 Prozent heraus, die wiederum in Zusammenhang mit der unerwartet starken Wirkung von Empagliflozin auf die Herzinsuffizienz-Entwicklung zu stehen schien.

Seitdem versuchen Experten herauszufinden, auf welchen Wirkmechanismen von Empagliflozin die gezeigte kardiovaskuläre Risikoreduktion wohl basiert. Als wahrscheinlich gilt, dass die deutliche Reduktion von Herzinsuffizienz-Ereignissen zumindest teilweise durch Effekte auf den Volumenstatus der Patienten vermittelt ist. So wird angenommen, dass eine osmotische Diurese in Verbindung mit einer anhaltenden Natriurese Vorlast und Volumenbelastung des Myokards verringert hat.

Effekt auf die Herzstruktur im Fokus

Eine neue „mechanistische“ Studie liefert in dieser Frage nun weitere Erkenntnisse. Nach Ergebnissen der als „Late-Breaker“ bei Kongress der American Heart Association (AHA) 2018 vorgestellten EMPA-HEART-Studie scheint Empagliflozin auch die Herzstruktur im Sinne eines sogenannten „reverse remodeling“ positiv zu beeinflussen: Unter der Therapie kam es im Vergleich zu Placebo bei gleichzeitiger Blutdrucksenkung zu einer deutlichen Regression der linksventrikulären Masse (LVM). Die LVM ist bekanntlich ein unabhängiger Prädiktor für künftige kardiovaskuläre Ereignisse einschließlich Herzinsuffizienz.

Eine kanadische Forschergruppe um Dr.  Subodh Verma vom St. Michael’s Hospital in Toronto hat für die EMPA-HEART-Studie 97 Patienten mit Typ-2-Diabetes und dokumentierter Koronarerkrankung ausgewählt.  Rund 90% von ihnen hatten eine Hypertonie und wurden dementsprechend mit Antihypertensiva behandelt. Nach per Randomisierung erfolgter Gruppenzuteilung sind die Teilnehmer sechs Monate lang mit Empagliflozin oder Placebo behandelt worden.

Signifikante LVM-Regression unter Empagliflozin

Zu Beginn und am Ende wurden Herzuntersuchungen per kardialer MRT-Bildgebung vorgenommen. Primärer Endpunkt waren Veränderungen des auf die Körperoberfläche berechneten linksventrikulären Massenindexes (LVMI). Wie Verma beim AHA-Kongress berichtete, blieb der LVMI in dieser Zeit in der Placebo-Gruppe nahezu unverändert. In der Empagliflozin-Gruppe war dagegen nach sechs Monaten eine signifikante LVM-Regression zu beobachten (p=0,01).

Zusätzlich registrierten die Untersucher in dieser Gruppe eine signifikante Abnahme des mittleren systolischen und diastolischen Blutdrucks und eine ebenfalls signifikante Zunahme des mittleren Hämatokritwertes. Die Werte für die ebenfalls gemessenen kardialen Biomarker Troponin und NTpro-BNP zeigten sich dagegen unverändert.

Die Empagliflozin-Therapie ging in der Studie mit einem  „reverse remodeling” durch LVM-Regression einher, obwohl die LVMI-Werte bei den Teilnehmern zu Beginn relativ normal waren, betonte Verma.  In einer präspezifizierten Subgruppenanalyse zeigte sich aber, dass dieses „remodeling“ bei Patienten mit initial höherem LVMI (> 60 g/m2) stärker ausgeprägt war.

Literatur

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