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22.11.2018 | AHA-Kongress 2018 | Nachrichten

Ergebnisse der randomisierten PRINCESS-Studie

Verbessert frühe Nasenkühlung bei Herzstillstand außerhalb eines Krankenhauses die Prognose?

Autor:
Philipp Grätzel

Bei der Kühlung nach Herzstillstand gilt: Je früher desto besser. Ein neues intranasales Kühlsystem ermöglicht bereits eine prästationäre Kühlung. In der PRINCESS-Studie schnitten so behandelte Patienten aber nur im Trend besser ab.

Trotz komplexer Studienlage und einem leichten Dämpfer durch die im Jahr 2015 publizierte Nielsen-Studie hat die Kühlung von Patienten nach Reanimation wegen Herzstillstand in Deutschland weiterhin viele Verfechter. Die Reanimations-Leitlinien der DGK empfehlen derzeit im Einklang mit den internationalen ILCOR-Leitlinien eine temporäre Kühlung auf 32 bis 36 Grad Celsius im Rahmen eines systematischen Temperaturmanagements mit vorsichtiger Wiedererwärmung.

Ein Problem ist bisher, dass die Kühlung vor Erreichen des Krankenhauses sehr schwer umzusetzen ist. Gleichzeitig sprechen Studien bei Tiermodellen dafür, dass eine Kühlung umso effektiver ist, je früher sie einsetzt. Dem hat die PRINCESS-Studie versucht Rechnung zu tragen, die von Dr. Per Nordberg vom Karolinska Institut in Stockholm geleitet wurde. Nordberg hat die Ergebnisse dieser randomisierten Multicenter-Studie in sieben europäischen Ländern einschließlich Deutschland jetzt bei der AHA-Tagung in Chicago vorgestellt.

Kühlung schon bei der Reanimation

In der PRINCESS-Studie, an der insgesamt 677 Patienten teilnahmen, die einen Herzstillstand in Gegenwart anderer Menschen erlitten hatten, wurde eine neue Methode der Kühlung evaluiert, nämlich eine intranasale Kühlung mit Hilfe von kaltem Dampf. Diese Art der Kühlung sei relativ einfach und nicht invasiv und damit auch im Rettungswesen umsetzbar und führe nicht zu einer Volumenbelastung, erläuterte Nordberg in Chicago. Gekühlt werde auf diese Weise primär das Gehirn und erst im Verlauf dann der Rest des Körpers.

Bei Patienten in der Interventionsgruppe der PRINCESS-Studie wurde mit der Kühlung zumindest teilweise noch während des Herzstillstands begonnen,  es wurde also unter Kühlung reanimiert. In der Kontrollgruppe wurde ebenfalls gekühlt, allerdings erst nach Erreichen der Intensivstation. Primärer Endpunkt der Studie war ein gutes oder moderates neurologisches Outcome nach 90 Tagen, definiert als maximal zwei Punkte auf der Cerebral Performance Category Scale (CPC).

Technisch funktionierte das Kühlprotokoll sehr gut. Im Median begann die Kühlung bereits 19 Minuten nach dem klinischen Ereignis bzw. zehn Minuten nach Beginn der kardiopulmonalen Reanimation. In diesem Zeitfenster fand auch die Randomisierung statt. Die Zieltemperatur von kleiner 34 Grad Körperkerntemperatur war in der Interventionsgruppe nach im Mittel 101 Minuten erreicht, wobei die Patienten bei Ankunft im Krankenhaus schon bei 34,6 Grad waren. In der Kontrollgruppe waren es 35,8 Grad bei Aufnahme, die Zieltemperatur war nach 182 Minuten erreicht.

Nur ein Trend zugunsten der Intervention

Beim primären Endpunkt gab es einen Trend zugunsten der Intervention, der aber nicht signifikant war. 16,6% der Patienten in der Interventionsgruppe und 13,5% der Patienten in der Kontrollgruppe erreichten CPC 1 oder CPC 2 nach 90 Tagen (p=0,26). Wurden nur die Patienten mit Kammerflimmern analysiert, stieg die absolute Differenz auf knapp 9% (34,8% vs. 25,9%). Auch das war aber nicht signifikant.

Erreicht wurde das Signifikanzniveau allerdings, wenn in der Subgruppe der Patienten mit Kammerflimmern nur auf Patienten mit vollständiger neurologischer Erholung (CPC 1) hin analysiert wurde. Dies wurde bei intranasaler Kühlung bei 32,6% erreicht, gegenüber 20% in der Kontrollgruppe.

Literatur

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