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22.11.2017 | AHA-Kongress | Nachrichten

Subanalyse von EMPA-REG OUTCOME

Diabetes und PAVK: Wie sicher sind SGLT2-Inhibitoren?

Autor:
Veronika Schlimpert

Unter dem SGTL2-Inhibitor Canagliflozin waren in der CANVAS-Studie Amputationen häufiger vorgekommen. Besteht für Patienten mit peripheren Gefäßerkrankungen hier eine Gefahr? Im Falle von Empagliflozin wohl eher nicht. 

Der SGLT2-Inhibitor Empagliflozin war das erste Antidiabetikum, für das eine Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse gezeigt werden konnte. Mit Canagliflozin tat es ihm ein weiterer Vertreter dieser Substanzklasse gleich. Allerdings wurden die positiven Ergebnisse der CANVAS-Studie bzgl. der kardialen Endpunkte etwas überschattet von einem Befund: Im Vergleich zur Placebo kam es unter dem SGTL2-Inhibitor doppelt so häufig zu Amputationen an der unteren Extremität.

Besteht hier womöglich ein Sicherheitsrisiko und, falls ja, gilt dies auch für die anderen Vertreter dieser neuen Antidiabetika-Klasse?

Eine aktuell beim AHA-Kongress vorgestellte Subanalyse der EMPA REG OUTCOME-Studie kann diese Frage sicherlich nicht endgültig beantworten. Die Ergebnisse deuten aber an, dass man sich bei Empagliflozin diesbezüglich wohl eher weniger Gedanken machen muss.

Fokussiert haben sich die Wissenschaftler speziell auf Patienten, die außer an einem Diabetes mellitus an einer peripheren arteriellen Verschlusserkrankung (PAVK) litten. Dies war bei  623 der insgesamt 7.022 Teilnehmer der Fall. 

Auch in dieser Patientengruppe verringerte sich durch den zusätzlich zur Standardtherapie verabreichten SGLT2-Inhibitor das Risiko für kardiovaskulären Tod, Myokardinfarkt und Schlaganfall signifikant um 14% im Vergleich zu Placebo. Die Gesamtsterblichkeit war um 38% geringer. 

Und es zeigte sich kein erhöhtes Risiko für Amputationen im Bereich der unteren Extremität (Hazard Ratio, HR: 0,84).

Auf dem Kongress der „American Heart Association“ (AHA) diskutierte Prof. Renato Lopes die potenziellen Gründe, warum es unter Canagliflozin, nicht aber unter Empagliflozin vermehrt zu Amputationen gekommen war. Womöglich gebe es tatsächlich einen Klasseneffekt, so der an der Duke University Medical Center tätige Kardiologe. Vielleicht liege es aber auch an der in den Studien jeweils unterschiedlichen Vorgehensweise, wie Amputationen erfasst wurden, oder an der jeweils untersuchten Studienpopulation (in EMPA REG nur Sekundärprävention, in CANVAS Primär- und Sekundärprävention). Oder es war ganz einfach Zufall.

Lopes weist auch auf die Limitationen einer solchen Subanalyse hin, etwa war es nicht möglich, nach der Erkrankungsschwere zu stratifizieren. 

Literatur

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