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14.11.2017 | AHA-Kongress | Nachrichten

ABRIDGE-J-Studie

Effektiver Dabigatran-Schutz bei Katheterablation erneut bestätigt

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Die Ablation von Vorhofflimmern ist unter Dabigatran sicherer als unter Vitamin-K-Antagonisten. Die Blutungsraten sind niedrig, wenn die Therapie mit dem Thrombin-Hemmer fortgeführt oder – wie jetzt die ABRIDGE-J-Studie zeigt – kurzzeitig unterbrochen wird.

Die Ablation von Vorhofflimmern erfolgt unter oraler Antikoagulation, um das Risiko von Thromboembolien zu minimieren. Sofern der Patient mit Vitamin-K-Antagonisten (VKA) wie Warfarin antikoaguliert wird, sollte die Behandlung für den Eingriff nicht unterbrochen werden. Die kontinuierliche VKA-Gabe ist einem „Heparin-Bridging“ überlegen.

Nicht unterbrochene Dabigatran-Behandlung ist Warfarin überlegen

Der Eingriff kann jedoch mit niedrigeren Blutungsraten durchgeführt werden, als dies unter VKA-Behandlung möglich ist. Dies zeigen die Ergebnisse der im Frühjahr 2017 beim Jahreskongress des American College of Cardiology vorgestellte RE-CIRCUIT-Studie (Calkins H et al. N Engl J Med. 2017; https://doi.org/10.1056/NEJMoa1701005). In dieser Studie mit 635 Patienten senkte Dabigatran das Risiko für periprozedurale schwere Blutungen innerhalb von acht Wochen von 6,9 % auf 1,6 %.

Die wenigen Blutungen unter Dabigatran waren bei Patienten aufgetreten, bei denen die letzte Dabigatran-Dosis weniger als acht Stunden vor der Ablation verabreicht worden war. Aus diesem Grunde wurde jetzt eine weitere Studie mit Patienten unter Dabigatran-Behandlung durchgeführt, die wegen Vorhofflimmerns zur Ablation anstanden.

„Minimal unterbrochene“ Dabigatran-Therapie auch sicherer als Warfarin

In der randomisierten, kontrollierten, aber offenen japanischen ABRIDGE-J-Studie wurden 500 Patienten auf Warfarin und Dabigatran randomisiert, wobei in der Dabigatran-Gruppe eine „minimale Therapieunterbrechung“ erlaubt war. 1–2 Dosierungen sollten vor der geplanten Ablation ausgesetzt werden, wobei ein „Heparin-Bridging“ empfohlen wurde, sofern das Intervall zwischen der letzten Dosis und der Ablation mehr als 24 Std. betrug.

Letztlich wurden 137-Dabigatran-Patienten innerhalb von 24 Std. nach der letzten Dosis abladiert, in 20 dieser Fälle entschieden sich die Ärzte für ein Bridging. Bei 83 Patienten erfolgte die Ablation später als 24 Stunden nach der letzten Dosis, bei 58 dieser Patienten entschied man sich für eine Heparin-Überbrückung.

Primärer Endpunkt dieser Studie waren schwere Blutungen laut ISTH-Definition während der Ablation und in den drei Monaten danach. Diese traten bei 3 Patienten (1,4 %) in der Dabigatran-Gruppe auf sowie bei 11 Patienten in der Warfarin-Gruppe (5 %) – ein signifikanter Vorteil für den Thrombin-Inhibitor, berichtete Studienautor Dr. Akihiko Nogami von der Universität Tsukuba in Japan auf der Jahrestagung der American Heart Association in Anaheim.

Fazit: Es gibt mehrere effektive Strategien, um thromboembolische Komplikationen im Rahmen einer Ablation zu verhindern. Für Dabigatran liegen jetzt zwei Studien vor, die eine Überlegenheit gegenüber VKA aufzeigen. Die Dabigatran-Behandlung kann für den Eingriff fortgeführt werden, sie kann kurzzeitig unterbrochen werden und es kann mit Heparin überbrückt werden – alles sind vernünftige Strategien.

Literatur

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