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14.11.2017 | AHA-Kongress | Nachrichten

Neue Analyse der CANTOS-Studie

Fällt hsCRP-Wert unter 2 mg pro l, sinkt die Mortalität um fast ein Drittel

Autor:
Dr. Dirk Einecke

KHK-Patienten verbessern ihre Prognose, wenn sie antientzündlich mit dem Antikörper Canakinumab behandelt werden, so das Ergebnis der CANTOS-Studie. Nun stellt sich heraus: Diejenigen Patienten, bei denen diese Therapie die Überlebenschancen deutlich verbessert, lassen sich relativ einfach identifizieren.

Die Forschergruppe um Prof. Paul Ridker, Brigham and Women’s Hospital an der Havard Medical School in Boston, postuliert schon seit Jahrzehnten, dass Atherosklerose nicht nur durch Cholesterin verursacht wird, sondern auch durch systemische Entzündung, erkennbar an Werten des hochsensitiven CRP über 2 mg/l. In großen Statinstudien wie PROVE-IT oder IMPROVE-IT wiesen selbst unter hochdosierten Statinen ca. 45 % aller Teilnehmer noch erhöhte Entzündungsparameter auf. Das entzündliche Restrisiko dominiert demnach.

CANTOS: Erstmals verbessert Entzündungshemmer die Prognose bei KHK

Bis vor kurzem war es aber nicht gelungen, mit einer antientzündlichen Therapie die Prognose von KHK-Patienten zu verbessern. Doch mit der beim ESC-Kongress 2017 vorgestellten Studie CANTOS gelang der „Proof of Concept“: Durch eine Therapie mit dem Interleukin-1beta-Antikörper Canakinumab, in einer Dosis von 150 mg alle drei Monate verabreicht, gelang eine signifikante relative Risikoreduktion für den kombinierten Endpunkt kardiovaskulärer Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall.

Das Problem: Zum einen ist der bei einigen Autoimmunerkrankungen und periodischen Fiebersyndromen zugelassene Antikörper derzeit sehr teuer. Zum anderen fiel die relative Risikoreduktion mit 15 % (Ereignisrate von 4,5 unter Placebo auf 3,86 reduziert) moderat aus.

Selektion von Therapie-Respondern

Auf der Jahrestagung der American Heart Association 2017 in Anaheim wartete Ridker nun mit einer Überraschung auf: Therapieresponder lassen sich einer neuen CANTOS-Analyse zufolge einfach selektieren, und zwar mit einer einmaligen Dosis von Canakinumab. Spricht der Patient mit einer hsCRP-Reduktion unter den Schwellenwert von 2 mg/l ab, dann ist die relative Risikosenkung beachtlich: 25 % für den primären Endpunkt kardiovaskulärer Tod, Infarkt und Schlaganfall, und je 31 % für die Endpunkte kardiovaskulären Tod und Gesamtmortalität. Dabei spielte die Dosis von Canakinumab keine Rolle: Alle Dosierungen (50 mg, 150 mg, 300 mg) waren entsprechend wirksam.

Die Number Needed to Treat, um in fünf Jahren ein als primärer Endpunkt definiertes Ereignis zu verhindern, betrug 57 bei Patienten, deren hsCRP über 2 mg/l verblieb, aber nur 16 bei Patienten mit Werten unter dem Schwellenwert.

Auch bezüglich der berichteten Reduktion des Risikos, ein Lungenkarzinom zu entwickeln oder an einem Lungenkarzinom zu sterben, zeigte sich die Abhängigkeit von der hsCRP-Reduktion. Fiel der Entzündungsparameter auf Werte unter 2 mg/l, ging dies mit einer 71%igen Risikoreduktion einher.

Die Inzidenz tödlicher Infektionen war unter Canakinumab erhöht, sie belief sich auf 0,35/1.000 Patientenjahre, verglichen mit 0,18/1.000 unter Placebo.

Literatur

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