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20.11.2017 | AHA-Kongress | Nachrichten

REDUCE-LAP-HF-Studie

Rückenwind für Shunt-Device bei Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion

Autor:
PD Dr. Stefan Perings

Bei Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion (HFpEF: Heart Failure with Preserved Ejection Fraction) scheint nach enttäuschenden pharmakologischen Ansätzen ein neues katheterbasiertes Therapiekonzept, das die Anlage eines interatrialen Shunts beinhaltet, mehr Erfolg zu versprechen.

Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion ist ein sehr relevantes Problem im klinischen Alltag und rückt zunehmend in den Fokus wissenschaftlichen Interesses. Ein erhöhter linksatrialer Druck ist vermutlich einer der Schlüsselmechanismen, die bei HFpEF zur Entwicklung von Dyspnoe und Belastungsintoleranz sowie zur erhöhten Morbidität und Mortalität beitragen.

Vor dem Hintergrund fehlender medikamentöser Behandlungserfolge bei HFpEF sowie der klinischen Beobachtung, dass Patienten mit Mitralstenose und gleichzeitig vorliegendem ASD geringer symptomatisch sind als Patienten mit alleiniger Mitralstenose, wurde das Behandlungskonzept eines iatrogenen interatrialen Shunts entwickelt. Durch die kathetergestützte Schaffung eines künstlichen interatrialen Links-rechts-Shunts mittels Implantation eines Drahtdevices, das ein ca. 8 mm großes Loch im interatrialen Septum schafft, soll der erhöhte linksatriale Druck gesenkt und so die damit assoziierte Herzinsuffizienz-Symptomatik verbessert werden.

Dieser neue Therapieansatz ist nun erstmals in einer randomisierten kontrollierten Studie (REDUCE LAP-HF) in Hinblick auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft worden. Die Ergebnisse sind beim Kongress der American Heart Association (AHA) in Anaheim vorgestellt worden.

Bei 44 Patienten mit einer durchschnittlichen linksventrikulären Ejektionsfraktion von ca. 60 %, einem erhöhtem PCWP (Lungenkapillarverschlussdruck) und einem NYHA-Stadium III wurde nach der Randomisierung entweder das Interatriale Shunt-Device implantiert oder eine Scheinprozedur als Kontrolle durchgeführt. Ziel der Studie war der Nachweis, dass das Device sicher und ohne relevante Komplikationen implantiert werden kann und nach einem Monat der PCWP als Ausdruck des erhöhten linksatrialen Drucks unter Belastung abnimmt.

Der Device konnte ohne relevante Komplikationen bei allen bis auf einen Patienten erfolgreich implantiert werden. Auch in Hinblick auf die im Follow-up untersuchten Sicherheitsparameter wie Schlaganfall, systemische Embolisation, kardiale Perforation oder vaskuläre Komplikation waren keine Ereignisse zu verzeichnen. In Hinblick auf die hämodynamischen Parameter wurde eine signifikante Reduktion des PCWP bereits bei dem Beine-Hochlagern Manöver und unter ergometrischer Belastung festgestellt.

Diese Pilotstudie konnte eine signifikante Reduktion erhöhter Lungenkapillarverschlussdrucke bei Patienten mit HFpEF nachweisen, bei denen ohne relevante Komplikationen ein Interatriales Shunt-Device implantiert wurde. Wenngleich die Nachbeobachtungszeit mit nur einem Monat sehr kurz war, sind dies vielversprechende Daten zu einem neuen interventionellen Therapieansatzes. Etwas schade ist, dass die Autoren keinerlei Daten zum klinischen Verlauf der Patienten in Hinblick auf die Herzinsuffizienz-Symptomatik und Leistungsfähigkeit vorgestellt haben. Zukünftige Studien müssen sicherlich auch auf diese Parameter und die potentiellen Auswirkungen des Shunt-Devices auf die rechtsventrikuläre Funktion und die Nierenfunktion fokussieren.

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