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15.11.2017 | AHA-Kongress | Nachrichten

FOURIER-Subanalyse

Lipidsenkung mit Evolocumab – erste positive Ergebnisse auch bei pAVK

Autor:
Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Perings

Der PCSK9-Hemmer Evolocumab senkt effektiv  das LDL-Cholesterin und reduzierte in der FOURIER-Studie zudem kardiovaskuläre Ereignisse. Sein Potential bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusserkrankung (pAVK) wurde bislang noch nicht näher  untersucht. Jetzt liegen dazu erste interessante Studiendaten vor.

In der randomisierten  FOURIER-Studie wurden 27.564 klinisch stabile  Patienten mit kardiovaskulärer Erkrankung entweder mit Evolocumab oder Placebo zusätzlich zu einer Statintherapie behandelt und über durchschnittlich 2,2 Jahre nachverfolgt. Neben einer deutlichen zusätzlichen LDL-C-Senkung konnte eine signifikante Verbesserung des kardiovaskulären Outcomes nachgewiesen werden.

Eine aktuell beim AHA-Kongress vorgestellte Subgruppen-Analyse war auf 3642 Patienten mit symptomatischer pAVK (intermittierende Claudicatio mit ABI <0.85 oder frühere Gefäßintervention wegen Ischämien) innerhalb der FOURIER-Studienpopulation fokussiert.

Analysiert wurde zum einen die Wirkung auf die  Ereignisse kardiovaskulärer Tod, Myokardinfarkt und  Schlaganfall (MACE, major adverse cardiovascular events), zum anderen die Wirkung auf sogenannte „unerwünschte Gliedmaßen-Ereignisse“ (MALE, major adverse limb events: akute Extremitätenischämie, relevante Amputation oder akute periphere Intervention).

pAVK-Patienten hatten ein deutlich höheres Risiko als Patienten mit Herzinfarkt oder Schlaganfall, aber ohne pAVK  Die MACE-Rate unter Placebo war in der Gruppe mit pAVK im Vergleich signifikant höher (13,0% vs. 7,6%). Dem höchsten Risiko unterlagen pAVK-Patienten, die auch schon einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hatten (MACE-Rate: 14,9%). Auch bei pAVK-Patienten ohne entsprechende kardiovaskuläre Ereignisse war die Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse mit 10,3% vergleichsweise hoch.

Evolocumab reduzierte die MACE-Rate bei pAVK-Patienten  relativ um  27% und absolut um 3,5% im Vergleich zu Placebo (9,5% vs. 13,0%). In der wesentlich größeren Subgruppe der Patienten ohne pAVK war eine relative Reduktion um 19% und eine absolute Reduktion um 1,4% zu verzeichnen (6,2% vs. 7,6%).

Interessant ist der Effekt von Evolocumab bei Patienten mit pAVK, aber ohne stattgehabten Myokardinfarkt oder Schlaganfall (n=1505).  Sie profitierten besonders stark  von der Evolocumab-Therapie, die zu einer  relativen Reduktion der MACE-Rate um 47% und einer absoluten Reduktion um 4,5% geführt hat (5,5% vs. 10,3%).

Im Gesamtkollektiv ebenso wie in der pAVK-Subgruppe reduzierte Evolocumab auch die Rate der als MALE bezeichneten pAVK-Komplikationen. Auch hier war der Effekt mit einer relativen Risikoreduktion um 57% und einer absoluten Reduktion um 1,3% in der Gruppe der pAVK-Patienten ohne Herzinfarkt/Schlaganfall am stärksten (1,3 vs. 2,6%).

Dass Patienten mit pAVK ein sehr hohes kardiovaskuläres Risiko aufweisen, ist lange bekannt. Dass aber Patienten mit isolierter pAVK ohne Myokardinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte am stärksten von der Lipidsenkung mit einem PCSK9-Hemmer  profitieren, überrascht und ist nicht vordergründig erklärbar.

Die Diskutantin der Studie, Dr. Lynn Braun aus Chicago, warf die Frage auf, ob eine antiinflammatorische Wirkung oder ein Effekt der Lipoprotein (a)-Senkung im Spiel gewesen sein könnte. Sicher ist, dass PSCK9-Hemmer noch für viel Potenzial für die weitere Erforschung  bieten.

Literatur