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15.11.2017 | AHA-Kongress | Nachrichten

Bei manifesten Herzerkrankungen

Welche Ernährung schützt das Herz am besten?

Autor:
Veronika Schlimpert

Herzkranke Patienten sollten wohl mehr Gemüse statt Salat und Schokolade essen. Jedenfalls ging eine pflanzliche Ernährungsweise in einer Beobachtungsstudie mit dem geringsten Risiko für weitere Herzschäden einher.  

Aufgrund der Flut an Ernährungsstudien wird sich bei einigen Patienten vermutlich schon  Resignation breit gemacht haben. Was denn nun,  „Low Carb“, „Low Fat“, vegetarisch, Schokolade, Rotwein? Das Sammelsurium an vermeintlicher Evidenz zur bestmöglichen gesunden Ernährungsweise wird nun durch eine weitere Beobachtungsstudie erweitert.

Gemüse gegen Schokolade

Diesmal geht es darum, welche Ernährung das Herz bei bereits kardiovaskulär erkrankten Patienten am besten schützt. Fünf für US-Amerikaner offenbar typische Ernährungsgewohnheiten traten in den Wettstreit:  

  • Der sog. „convenience“-Style: darunter fällt das typische mexikanische und chinesische Essen, also sowohl Fleisch als auch Bohnen.
  • Eine pflanzliche Ernährung: mit viel Obst, Gemüse, Säften, Getreide, Fisch und Geflügel.
  • Die „süße“ Ernährungsgewohnheit, mit besonderer Vorliebe für Schokolade, Desserts und süßem Frühstück, daneben gibt’s noch Brot und generell viel Fett.
  • Der „Southern“-Style: Hier steht ebenfalls viel Fett und Frittiertes auf dem Speiseplan, ebenso wie verarbeitetes und unverarbeitetes Fleisch, fettreiche Milch und Eier. 
  • Und zu guter Letzt die als „Salat/Alkohol“ klassifizierte Ernährungsweise, bei man sich zum Salat, schmackhaft gemacht durch ein Salatdressing, öfter mal ein Glas Wein, Bier oder sonstige alkoholische Getränke genehmigt und daneben noch viel Nüsse und Kaffee konsumiert.

Die Einteilung basiert auf einer Befragung von 15.569 Teilnehmern der REGARDS-Studie, die bereits an einer Herzinsuffizienz oder KHK erkrankt waren. Diese Einteilung spiegele also die Realität wider, versicherte die Erstautorin, Dr. Kyla Lara vom Mount Sinai Hospital in New York. Sie stellte die Studienergebnisse auf dem Kongress der American Heart Association (AHA) in Anaheim vor.

Um ein Drittel geringeres Herzinsuffizienz-Risiko

Das Ergebnis nach über 3.000 Tagen Follow-up favorisiert die vegetarische Ernährungsweise. Denn jene Patienten, die diese am meisten befolgten, hatten ein um 28% geringeres Risiko in dieser Zeit wegen einer Herzinsuffizienz in eine Klinik eingewiesen zu werden, als jene, die die anderen Ernährungsvorlieben teilten.

Basierend auf diesen Ergebnissen empfiehlt Lara fünf bis sieben Portionen Früchte oder Gemüse am Tag zu sich zu nehmen, Fertiggerichte und Frittiertes zu vermeiden, und stattdessen mageres Fleisch wie Geflügel oder Fisch zu essen.

Angesicht der bisherigen Erkenntnisse zu diesem Thema ist diese Empfehlung wohl keine Sensation. Man darf gespannt sein auf weitere retrospektive Analysen, bei denen sich womöglich neue Zusammenhänge auftun werden. 

Literatur

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