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04.10.2017 | Akutes Koronarsyndrom | Nachrichten

In Dänemark

Jeder vierte Herzinfarkt-Patient langfristig ohne Arbeit

Autor:
Veronika Schlimpert

Nach einem Herzinfarkt nehmen viele Patienten zwar ihre Arbeit kurzzeitig wieder auf. Doch langfristig beenden viele diese wieder und sind auf Sozialleistungen angewiesen, wie eine dänische Registerstudie nun offenlegt.

Nach einem Herzinfarkt muss jeder vierte Patient seine Arbeitstätigkeit langfristig offenbar aufgeben. Zu einem solch bedauerlichen Ergebnis kommen dänische Wissenschaftler nach Auswertung nationaler Registerdaten von fast 40.000 Patienten im erwerbstätigen Alter, die aufgrund eines Herzinfarktes in eine Klinik eingewiesen wurden.

Von den vormals erwerbstätigen 22.394 Patienten nahmen zwar 91.1% ihre Arbeit innerhalb von einem Jahr nach dem Ereignis wieder auf. Doch im darauffolgendem Jahr beendeten 24,2% von ihnen ihre Arbeit wieder und erhielten deshalb Sozialleistungen.

Das Risiko, dauerhaft ohne Arbeit zu sein, war für Herzinfarkt-Patienten dreimal höher als für nach Alter und Geschlecht entsprechend gematchte Kontrollpersonen.

Risikofaktor sozioökonomischer Status

Besonders gefährdet für eine dauerhafte Erwerbslosigkeit waren die Altersgruppen von 30 bis 39 Jahren und von 60 bis 65 Jahren sowie Patienten, die zusätzlich an einer Herzinsuffizienz, Arrhythmien, und Depressionen litten.

Die hohe Ausfallquote bei den 30 bis 39-Jährigen empfinden die Autoren um Laerke Smedegaard alarmierend. Arbeitslosigkeit sei ein Risikofaktor für eine schlechte Lebensqualität und Depressionen, was beides wiederum die Prognose der Patienten verschlechtere. Und den jüngeren Patienten würden eigentlich noch viele Arbeitsjahre bleiben.

Bei einem hohen Bildungsstand und hohem Einkommen waren die Patienten dagegen eher dazu geneigt, ihre Arbeit weiter zu führen.

Daher fordern die dänischen Wissenschaftler, dass besonders bei Infarktpatienten mit vielen Komorbiditäten und geringem sozioökonomischen Status ein vermehrtes Augenmerk auf die Umsetzung kardiale Rehabilitationsprogramme gesetzt werden sollte, damit diese ihre Arbeit fortsetzen können. Und auch jüngeren Patienten sollten solche Programme nicht vorenthalten werden.

Aus der Analyse wird allerdings nicht ersichtlich, aus welchen Gründen die Personen arbeitslos wurden, wobei die meisten Patienten Krankengeld bekamen, weshalb man wohl davon ausgehen kann, dass die Arbeit in vielen Fällen krankheitsbedingt niedergelegt wurde.

Literatur

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