Onlineartikel 15.01.2015

Aldosteron-Antagonist bremst den Myokardschaden

Bei Jungen mit Muskeldystrophie vom Typ Duchenne kann der Verlust der linksventrikulären Funktion abgebremst werden, wenn zusätzlich zu einem ACE-Hemmer oder AT1-Blocker mit Eplerenon behandelt wird.

Bei der Muskeldystrophie des Typs Duchenne handelt es sich um die häufigste muskuläre Erbkrankheit im Kindesalter, die mit einer Häufigkeit von 1:5.000 auftritt. Aufgrund des x-chromosomal rezessiven Erbganges sind fast nur Jungen betroffen. Zunächst sind die Skelettmuskeln, später auch der Herzmuskel betroffen. Die Kardiomyopathie limitiert die Lebenserwartung erheblich. Die Myokardschädigung ist schon nachweisbar, bevor es zu einer Einschränkung der linksventrikulären Pumpfunktion kommt.

Die Therapie der Kardiomyopathie besteht in der Regel aus einem RAAS-Blocker und einem Betablocker. In einer kürzlich publizierten Studie wurde nun untersucht, ob die zusätzliche Gabe des Aldosteron-Antagonisten Eplerenon in einem frühen Stadium (zunächst 25 mg/2 d, nach einem Monat 25 mg/d) den Herzschaden begrenzen kann. Ermittelt wurde dazu die linksventrikuläre Zirkumferenzanspannung (Ecc). An der Studie nahmen 42 Jungen im Alter über sieben Jahre teil.

Nach 12 Monaten zeigte sich, dass in der Eplerenon-Gruppe der Ecc-Abfall signifikant geringer ausgefallen war als in der Kongrollgruppe (–1,0 vs. –2,2; p=0,02). Die Nebenwirkungen waren leichter Natur, Kaliumentgleisungen gab es nicht. Die Autoren raten nun zu Langzeitstudien, um die prognostische Relevanz der Therapie zu untersuchen.

Literatur

Raman SV et al. Eplerenone for early cardiomyopathy in Duchenne muscular dystrophy: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Lancet Neurol. 2014 Dec 29. doi: 10.1016/S1474-4422(14)70318-7