Skip to main content
main-content

02.08.2016 | Angeborene Herzklappenfehler | Nachrichten

Angeborene Herzfehler

Infektiöse Endokarditis ist bei Ventrikelseptumdefekt nicht selten

Autor:
Philipp Grätzel

Patienten mit kleinem, unbehandeltem Ventrikelseptumdefekt haben ein deutlich erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Das zeigen Daten des SWEDCON-Registers für angeborene Herzerkrankungen.

Das schwedische SWEDCON-Register ist ein umfangreiches nationales Register für angeborene Herzfehler, das derzeit rund 50.000 Patienten umfasst. Für eine jetzt in der Zeitschrift Heart publizierte Auswertung wurden 779 erwachsene Patienten mit angeborenem Ventrikelseptumdefekt (VSD) identifiziert, von denen 531 nicht interventionell behandelt worden waren, weil der Shunt nur klein und nicht hämodynamisch relevant war. Bei den übrigen 248 Patienten war der VSD in der Kindheit verschlossen worden.

Anhand des Nationalen Patientenregisters in Schweden wurde daraufhin untersucht, welche dieser Patienten über einen Zeitraum von zehn Jahren mit der Entlassdiagnose „infektiöse Endokarditis“ hospitalisiert worden waren. Dies war bei 16 Patienten der Fall, die zum Zeitpunkt der Herzklappenerkrankung zwischen 34 und 58 Jahre alt waren. 13 dieser Patienten hatten einen offenen VSD, der nie operiert worden war.

Daraus errechnet sich für Patienten mit kleinem, nicht operiertem VSD eine Endokarditis-Inzidenz von etwa zwei bis drei pro eintausend Patientenjahre. Dies seit 20 bis 30 Mal so hoch wie in der gesunden Allgemeinbevölkerung, so die Autoren.

Ein interventioneller Eingriff scheint dieses Risiko zu reduzieren. Zumindest hatte in der schwedischen Kohorte kein einziger der operierten Patienten mit isoliertem VSD eine infektiöse Endokarditis. Die drei operierten Patienten, die eine infektiöse Endokarditis entwickelten, wiesen neben dem VSD weitere (Herzklappen-)Anomalien auf: Bei zweien war im Zuge der VSD-Reparatur auch noch ein Aortenklappenersatz erfolgt, und bei einem lag eine bikuspide Aortenklappe vor.

Literatur

Das könnte Sie auch interessieren

Zurzeit meistgelesene Artikel

 

Highlights

Düsseldorfer Herz- und Gefäßtagung 2019

Expertenvorträge für Sie zusammengestellt: Auf der diesjährigen Düsseldorfer Herz- und Gefäßtagung haben renommierte Experten die neuesten Leitlinien, Studien und medizintechnischen Entwicklungen vorgestellt und die Kernaussagen kompakt für den Alltag in Klinik und Praxis zusammengefasst.

Expertenrückblick auf den ACC-Kongress – das Wichtigste im Überblick

Kann man ASS als Plättchenhemmer in Zukunft komplett weglassen? Muss jedem Patienten ab sofort eine TAVI angeboten werden? Und wo stehen wir in der kardialen Prävention? Eine Expertenrunde hat in Leipzig die neuesten Studien und viel diskutierte Themen des diesjährigen ACC-Kongresses kommentiert. Schauen Sie rein und bleiben Sie auf dem neuesten Stand.

Aus der Kardiothek

19.08.2019 | DGK-Jahrestagung 2019 | Expertenvorträge | Video

Herz und Diabetes – was der junge Kardiologe wissen soll

Ist Diabetes eigentlich eine kardiologische Erkrankung? Die DDG-Leitlinien empfehlen zumindest, jeden kardiologischen Patienten auch auf Diabetes zu screenen. Welcher HbA1c-Wert schon kritisch ist und welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden sollten, erläutert Frau Dr. Bettina J. Kraus, Würzburg, in ihrem Vortrag. 

02.07.2019 | Quiz | Onlineartikel

Was ist die Ursache für die Lumenreduktion?

Koronarangiografie bei einem 63-jährigen Patienten. Augenscheinlich ist eine systolische Lumenreduktion des linken Hauptstamms. Was ist die Ursache?

16.04.2019 | Quiz | Onlineartikel

Patientin mit Fieber und Tachykardie – die Ursache verrät das Röntgenbild

Röntgenaufnahme des Thorax im Stehen bei einem 43 jährigen Patienten mit Fieber und Tachykardie. Was ist zu sehen?

Kontroverser Fall: So kann man wiederkehrendes Vorhofflimmern auch behandeln

DGK Herztage 2018 - Interview Prof. Dr. Boris Schmidt

Ein Patient leidet an wiederkehrendem Vorhofflimmern. Das Team um Prof. Boris Schmidt entscheidet sich für eine ungewöhnliche Strategie: die Implantation eines endokardialen Watchmann-Okkluders, um den linken Vorhof zu isolieren. Das genaue Prozedere sehen Sie hier. 

Spezielle Katheterablations-Strategie bei ausgeprägtem Narbengewebe

Vortrag Prof. Dr. Thomas Deneke - Jahrestagung DGK 2018

Die ventrikuläre Tachykardie eines 54-jährigen Patienten mit zurückliegendem Hinterwandinfarkt soll mit einer Katheterablation beseitigt werden. Prof. Thomas Deneke entscheidet sich für eine unkonventionelle Strategie und erläutert wie das CT  in solchen Fällen helfen kann. 

Komplizierte Mehrgefäß-KHK bei einem jungen Patienten

Vortrag Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe Jahrestagung DGK 2018

Mehrere komplexe Stenosen bei einem 46-jährigen Patienten erfordern ein strategisch sinnvolles Vorgehen. Wofür sich das Team um PD Dr. Hans-Jörg Hippe vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Klinik entschieden hat, erfahren Sie in diesem Livecase. 

Bildnachweise