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05.08.2017 | Angiologie | Nachrichten

Weniger Revaskularisierungen

PEB-Angioplastie mit Stent überzeugt

Autor:
Prof. Dr. med. Ilka Ott

Bei Läsionen der Femoralarterie ist eine Paclitaxel-beschichtete Ballonangioplastie plus Stent der konventionellen PTA mit Stent und der Atherektomie überlegen, das zeigt die ISAR-STATH-Studie.

Bisherige Untersuchungen zeigten, dass nach Paclitaxel-beschichteter Ballonangioplastie (PEB) von femoropoplitealen Läsionen eine signifikante Reduktion der Revaskularisierungsrate im Vergleich zur einfachen PTA beobachtet wird [1, 2]. Allerdings ist häufig eine Stentimplantation erforderlich, um elastischen „recoil“ oder einen Verschluss durch Dissektionsmembranen zu verhindern. Daher könnte die Kombination von PEB-Angioplastie gefolgt von Stenting, eine wichtige Methode zur Verringerung der Restenosen sein. Eine andere Strategie zur Verbesserung des Erfolges ist die Entfernung von Plaquematerial durch direktionale Athererektomie (DA). Es fehlen bisher randomisierte Studien, die die Wirksamkeit von DA zur Reduzierung der Restenoserate von femoropolitealen Läsionen im Vergleich zu Stenting oder Stenting nach PEB-Angioplastie untersuchen.

In „Circulation“ adressiert die ISAR-STATH-Studie die Wirksamkeit von PEB und Stentimplantion oder DA zur Reduktion der Restenose von femoralen de novo-Läsionen [3]. Im Deutschen Herzzentrum München und im Klinikum rechts der Isar der TU München wurden 155 Patienten eingeschlossen und folgendermaßen randomisiert: 1:1:1 PEB und Stent/PTA und Stent/DA. Nach 6 Monaten war der angiografische Stenosediameter nach PEB und Stent geringer als nach PTA und Stent oder DA (34±31 % vs. 56±29 %, p = 0,009; 34±31 % vs. 55±29 %, p = 0,007). Auch die Revaskularisationsraten waren nach 24 Monaten niedriger nach PEB und Stent im Vergleich zu PTA und Stent (15 % vs. 33 %, p = 0,03) oder DA (47 %, p = 0,001).

Unsere Arbeitsgruppe zeigt damit, dass es nach PEB und Stent zu weniger Restenosen und niedrigeren Revaskularisierungsraten kommt als nach PTA und Stent. Die Tatsache, dass DA nicht günstiger als PEB und Stent war, lässt vermuten, dass DA alleine keine sinnvolle Alternative zu einer Behandlung mit PEB und Stent ist.

Wie die meisten guten Studien wirft diese Studie ebenso viele Fragen auf, wie sie beantwortet: Wie lässt sich Angioplastie mit PEB ohne Stent und mit Stent vergleichen oder Angioplastie mit PEB und Angioplastie gefolgt von der Implantation eines Drug-Eluting-Stent (DES)? Offen bleibt auch die Frage, ob DA kombiniert mit DEB oder DES eine weitere Reduktion der Restenoseraten bewirkt. Trotzdem besteht kein Zweifel, dass die Ergebnisse von ISAR-STATH wesentliche Strategien zur verbesserten interventionellen Behandlung femoraler Läsionen zeigen.

Fazit: In dieser randomisierten, kontrollierten Studie ist die Behandlung von de novo-Läsionen der Femoralarterie mit PEB-Angioplastie und Stent vs. konventioneller Angioplastie und Stent oder Atherektomie hinsichtlich angiografischer Stenosedurchmesser nach 6 Monaten und Revaskularisierungsraten nach 24 Monaten überlegen.

Literatur