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21.04.2016 | Nachrichten | Onlineartikel

Vergleich mit operativem Klappenersatz

Aortenstenose: 3-Jahres-Daten bestätigen dauerhafte Vorteile der TAVI

Autor:
Peter Overbeck

3-Jahres-Daten einer Vergleichsstudie bei Hochrisiko-Patienten mit schwerer Aortenstenose bestätigen erneut dauerhafte Vorteile einer per Katheter implantierten Klappenprothese gegenüber dem konventionellen Herzklappenersatz per offener Operation.

Die kathetergeführte Aortenklappen-Implantation (transcatheter aortic valve implantation, TAVI) gilt bei Patienten mit schwerer Aortenstenose und hohem Operationsrisiko als mögliche Alternative zum chirurgischen Aortenklappenersatz. Zumindest nach den beim ACC-Kongress 2016 vorgestellten 3-Jahres-Ergebnissen eines Kopf-an-Kopf-Vergleichs beider Methoden im CoreValve US Pivotal High Risk Trial scheint die Transkatheter-Aortenklappe bei diesen Patienten sogar die bessere Wahl zu sein.

In der Studie sind 750 Patienten (Durchschnittsalter: 83 Jahre) mit schwerer Aortenstenose nach Feststellung eines hohes Operationsrisikos durch ein „Herzteam“ aus Herzchirurgen und Kardiologen randomisiert zwei Behandlungsgruppen zugeteilt worden: Die neue Aortenklappe wurde dann entweder katheterbasiert – implantiert wurde die selbstexpandierende CoreValve-Klappenprothese – oder per Klappenersatz-Operation eingesetzt.

Gesamtmortalität signifikant niedriger

Schon beim ACC-Kongress 2014 hatte die Studie unter den Experten erstmals für großes Aufsehen gesorgt. Denn innerhalb eines Jahres hatte sich in der TAVI-Gruppe ein deutlicher Überlebensvorteil ergeben: Die Rate für die Gesamtmortalität war signifikant niedriger als nach chirurgischem Aortenklappenersatz (14,1 versus 18,9 Prozent).

Die im folgenden Jahr beim ACC 2015 präsentierten 2-Jahres-Daten bestätigten die Vorteile der kathetergeführten Aortenklappen-Implantation. Der Unterschied bei der Mortalität zugunsten der TAVI-Behandlung hatte sich zu diesem Zeitpunkt sogar noch vergrößert. So waren nach zwei Jahren in der TAVI-Gruppe 21,9 Prozent aller Patienten gestorben, im Vergleich zu 29,0 Prozent in der Gruppe mit Klappenersatz-Operation.

Auch weniger Schlaganfälle nach TAVI

Wie schon nach einem Jahr war auch nach zwei Jahren die Gesamtrate der Schlaganfälle in der TAVI-Gruppe ebenfalls deutlich niedriger als in der chirurgisch behandelten Gruppe. Nimmt man alle Todesfälle und schweren Schlaganfälle (major stroke) zusammen, fiel auch Vergleich der diesbezüglichen Ereignisraten nach zwei Jahren klar zugunsten der TAVI aus (24,0 versus 32,8 Prozent).

Beim ACC-Kongress 2016 in Chicago folgten aktuell die vom Herzchirurgen Dr. Michael Deeb von der University of Michigan in Ann Arbor vorgestellten 3-Jahres-Ergebnisse der Studie. Auch zu diesem Zeitpunkt war die Rate aller registrierten Todesfälle plus Schlaganfälle in der TAVI-Gruppe signifikant niedriger als in der Chirurgie-Gruppe (37,3 vs. 46,7 Prozent). Wurden dabei nur schwere Schlaganfälle berücksichtigt, betrugen die Raten 35.0 Prozent (TAVI) und 41,4 Prozent (Chirugie).

Anders als in den beiden Vorjahren war der beim Endpunkt Gesamtmortalität nach wie vor bestehende Unterschied zugunsten der TAVI-Gruppe nach drei Jahren nicht mehr statistisch signifikant (32,9 vs. 39,1 Prozent).

Mängel bezüglich der Haltbarkeit der TAVI-Klappenprothesen waren nicht zu erkennen. Bei für die Klappenqualität relevanten hämodynamischen Parametern wie Klappenöffnungsfläche und mittlerer Druckgradient waren die Ergebnisse zu allen Zeitpunkten nach TAVI sogar besser als nach herzchirurgischer Implantation der Klappen.

Literatur

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