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19.02.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Expertenrat Kardiologie

Arzneimittelinteraktion zwischen Flecainid und Mirtazapin

Frage: Ist eine Kombinationstherapie mit Antiarhythmica und Antidepressiva unbedenklich? Was muss man bei erforderlichen Dosissteigerungen beachten?


Antwort von: Prof. Dr. med. Ulrich Kintscher

Flecainid ist ein Klasse IC Antiarrhythmikum. Mirtazapin gehört zur Klasse der atypischen Antidepressiva und wirkt über die Blockade zentraler präsynaptischer alpha2-und Serotonin (5HT2 und 5HT3)-Rezeptoren, wodurch die zentrale noradrenerge und serotoninerge neuronale Übertragung stimuliert wird.

Beide Substanzen werden über die hepatischen Cytchrom-P450-Enzyme CYP2D6 metabolisiert. Hier bestehen potentielle Interaktionsmöglichkeiten, die zur Beeinflussung der Plasmaspiegel beider Substanzen, d.h. auch von Flecainid, führen können. Hierdurch kann die Wahrscheinlichkeit von unerwünschten Arzneimittelwirkungen erhöht werden. Belastbare Daten gibt es meines Wissens nach zu dieser Interaktion nicht. Wie unten angehängt, gab es vor Kurzem eine Fallbeschreibung mit einem anderen Klasse IC Antiarrhytmikum, Propafenon, und dessen Interaktion mit Mirtazapin.

In Anbetracht dieser Interaktion und des unbekannten individuellen Metabolisierungsstatus des Patienten (Stichwort: "poor metabolizer") würde ich das Vorgehen des internistischen Kollegen unterstützen und die Kombination (Flecainid/ Mirtazapin) im vorliegenden Fall nicht empfehlen. Zusätzlich kommt es bei der Therapie mit Mirtazapin dch. die alpha2-Blockade zum Anstieg des zentralen Sympathikotonus, was bei Vorhofflimmern eher ungünstig ist.

Im Rahmen einer psychiatrischen Konsultation sollte eine Alternativtherapie der Angststörung besprochen werden.


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Literatur