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13.01.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Systolische Herzinsuffizienz

Betablocker verbessern Prognose auch kurzfristig

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Wenn ältere Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz nach einer Dekompensation auf Betablocker eingestellt werden, reduziert dies die Sterblichkeit sowohl nach 30 Tagen als auch nach vier Jahren.

Betablocker gehören zu den prognostisch wirksamen Medikamenten bei systolischer Herzschwäche. Aufgrund des negativ inotropen Effektes ist jedoch unklar, ob sie initial kurzfristig eher einen schädlichen Effekt ausüben. Dies sorgt die US-amerikanischen Krankenhäuser. Deren Entgelt hängt nämlich entscheidend von den Wiederaufnahme-Raten nach der Erstbehandlung ab.

Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Registerstudie zu sehen, welche die kurz- und langfristige Prognose von älteren Medicare-Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz in Abhängigkeit von der Medikation mit Betablockern untersuchte.

Die Autoren identifizierten 3067 ältere Patienten, die zwischen 1998 und 2001 in Alabama nach Krankenhausbehandlung aufgrund dekompensierter systolischer Herzinsuffizienz behandelt worden waren. Bei 380 Patienten war bei Entlassung eine Betablockade begonnen worden. Ihnen wurden nach dem propensity-match-Verfahren 380 Patienten zur Seite gestellt, die sich von den ersten 380 nur in einer Hinsicht unterschieden: Sie hatten keine Betablocker erhalten.

Zur Beruhigung der US-Krankenhäuser zeigte sich, dass auf Betablocker eingestellte Patienten nach 30 Tagen weder aufgrund von Herzschwäche noch überhaupt häufiger wieder aufgenommen werden mussten. Die Patienten mit Betablockern wiesen sogar eine signifikant bessere Prognose auf. Dies war nicht nur langfristig so – nach vier Jahren war das relative Sterberisiko unter Betablockade um 19% niedriger als bei fehlender Betablockade.

Auch kurzfristig innerhalb von nur 30 Tagen wiesen die mit einem Betablocker versorgten Patienten ein deutlich besser Prognose auf: die Gesamtsterblichkeit unter Betablocker betrug 2% im Vergleich zu 5% ohne Betablocker (p=0,008).

Literatur