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07.10.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Aortenklappenersatz

Biologische und mechanische Klappe mit gleicher Langzeitprognose

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Mechanische und biologische Aortenklappen offerieren den Patienten exakt die gleichen Langzeitüberlebensaussichten, so das Ergebnis einer kürzlich in JAMA publizierten Arbeit.

Für die Studie waren 4253 Patienten im Alter zwischen 50 und 69 Jahren rekrutiert worden, bei denen im US-Bundesstaat New York zwischen 1997 und 2004 ein isolierter Ersatz der Aortenklappe vorgenommen worden war.
Bekannt ist, dass bioprothetische Klappen aufgrund struktureller Degeneration im Laufe der Zeit eher ausgetauscht werden müssen als mechanische Klappen. Letztere machen eine lebenslange Antikoagulation notwendig. Daher haben Patienten, die diese Option wählen, ein erhöhtes Blutungsrisiko.
So war es auch in der New Yorker Studie: Nach 15 Jahren lagen die Reoperationsraten bei 12,1% (biologische Klappe) und 6,9% (mechanische Klappe). Die Raten schwerer Blutungen betrugen 6,6% (biologische Klappe) und 13% (mechanische Klappe).

Mortalität und Schlaganfallrisiko identisch


Ein Vergleich der Langzeitprognose nach dem „propensity-matched-Verfahren“ zeigte für beide Klappentypen gleich Überlebensaussichten: Nach 15 Jahren waren 60,6% (biologische Klappe) und 62,1% (mechanische Klappe) der Patienten verstorben. 7,7% bzw. 8,6% der Patienten hatten einen Schlaganfall erlitten – ebenfalls kein Unterschied.
Insgesamt waren zu Beginn der Studie überwiegend mechanische Klappen und zum Ende der Studie überwiegend biologische Klappen eingebaut worden.
Nach Ansicht der Autoren sind die Daten sehr hilfreich für das Aufklärungsgespräch: Beide Klappen offerieren identische Überlebensraten und Schlaganfallrisiken. Die Patienten können ihre Entscheidung alleine davon abhängig machen, ob sie eher das Reoperationsrisiko gering halten möchten oder ob sie lieber die Antikoagulation vermeiden möchten.

Literatur