Onlineartikel 22.06.2015

Biomarker zur Bestimmung des Herztodrisikos

Die Bestimmung des Risikos, einen plötzlichen Herztod (PHT) zu erleiden, zählt unverändert zu den großen Herausforderungen in der Kardiologie. Da die Folgen eines solchen Ereignisses fast immer deletär enden, sind zahllose Studien durchgeführt worden, um Parameter zu identifizieren, welche eine Risikobestimmung zulassen könnten.

Dr. Ilan Goldberg aus Ramat Gan, Israel, hat im Rahmen einer Sitzung zur Risikostratifizierung des PHT beim Kongress EHRA EUROPACE - CARDIOSTIM 2015 eine Übersicht über Biomarker zusammengestellt, welche zur Abschätzung des PHT hilfreich sein könnten.

Für Biomarker der Inflammation wie das C-reaktive Protein (CRP) konnte in großen Studien wie der „Physician´s Health Study“ nachgewiesen werden, dass erhöhte Werte mit einem signifikant erhöhten Risiko für den PHT assoziiert sind. Gleiches konnte für gesunde Männer mit erhöhtem Interleukin-6 in der PRIME Study gezeigt werden.

Von Biomarkern, die eine erhöhte myokardiale Wandspannung widerspiegeln, wie das BNP oder NT-proBNP,  wissen wir ebenfalls, dass deren Erhöhung mit einem erhöhten Risiko assoziiert ist. Erhöhte Werte für Cystatin-C, welche bei chronischer Niereninsuffizienz zu finden sind, sind ebenfalls mit einer erhöhten Inzidenz des PHT assoziiert. Schlussendlich wissen wir schon länger, dass insbesondere Marker des myokardialen Zellschadens wie das Troponin die Prognose der Patienten im Hinblick auf maligne Arhythmien beeinflusst.

In Summe stehen uns also etliche Biomarker zur Verfügung, welche mit einem erhöhten Risiko assoziiert sind. Zukünftige Studien müssen nun genauere Cut-off Werte und praktische Handhabung für den klinischen Alltag evaluieren.

In unserer Kolumne „Expertenblickpunkt“ hebt ein Experte aus Klinik oder Praxis besondere Inhalte von Kongressen und aus der aktuellen kardiologischen Berichterstattung hervor.
Dr. Stefan Perings, ist geschäftsführender Mitherausgeber von „kardiologie.org". Er arbeitet als niedergelassener Kardiologe und Partner im CardioCentrum Düsseldorf sowie in der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf. Seit 2012 ist er stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK)und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

Literatur

Ilan Goldenberg: Can biomarkers be useful for risk stratification? Session: Risk Stratifikation a decade from SCD-HeFT.  

Kongress EHRA EUROPACE - CARDIOSTIM 2015, Mailand, 21. -24. Juni 2015