Skip to main content
main-content

20.07.2015 | Nachrichten

Feinstaubpartikel

Buschfeuer erhöhen das kardiovaskuläre Risiko

Autor:
Peter Overbeck

Steigt die Belastung der Luft mit Feinstaubpartikeln aus Waldbränden und Buschfeuern, steigt auch das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Auf diesen zeitlichen – und potenziell kausalen – Zusammenhang machen australische Untersucher jetzt aufmerksam.

Feinstaub belastet Herz und Gefäße. Dieser Zusammenhang ist bisher vor allem bei Bewohnern städtischer Ballungsräume mit hoher Luftbelastung durch Abgase aus Verkehr und industrieller Produktion beobachtet worden.

Doch scheint auch Feinstaub aus anderen Quellen das Risiko für Herzinfarkte zu erhöhen. Dafür sprechen Ergebnisse einer neuen Analyse von australischen Forschern um Dr. Anjali Haikerwal aus Melbourne. Die Gruppe hat dabei Daten aus der Zeitperiode zwischen Dezember 2006 und Januar 2007 genauer unter die Lupe genommen.

Häufung von Buschfeuern

In diesen zwei Monaten waren im australischen Bundesstaat Victoria viel häufiger als sonst immer wieder Buschfeuern aufgetreten, deren Folge eine anhaltend erhöhte Luftbelastung mit Feinstaubpartikeln durch Rauchemission war.

Die Forscher haben in ihrer Studie umfangreiche Daten zur regionalen Luftbelastung mit klinischen Registerdaten zum Auftreten von kardiovaskulären Erkrankung wie Herzstillstand und Notaufnahmen wegen Koronarerkrankungen abgeglichen. Ihr besonderes Augenmerk galt dabei der PM-2,5-Belastung, also der Konzentration von Feinstaubpartikeln mit einem aerodynamischen Durchmesser von höchsten 2,5 mm Durchmesser, die als besonders gesundheitsschädlich gelten.

Assoziation mit vermehrtem Auftreten von Herzstillständen

Im zweimonatigen Beobachtungszeitraum wurden insgesamt 474 Herzstillstände (außerhalb von Kliniken) und 2.106 notfallmäßige Aufnahmen sowie 3.274 Klinikeinweisungen wegen Koronarerkrankungen registriert. Die Analyse ergab eine Assoziation der erhöhten PM-2,5-Exposition mit einer erhöhten Risiko für einen Herzstillstand: Stieg die PM-2,5-Belastung im Interquartilbereich über zwei Tage um 9,04 mg/m3, erhöhte sich das Herzstillstand-Risiko um 6,98 Prozent. Starke Assoziationen fanden sich hier bei Männern und bei älteren Personen (über 65 Jahre).

Die erhöhte Feinstaub-Belastung ging auch mit einer Zunahme von Notambulanz-Aufnahmen und Klinikeinweisungen wegen ischämischer Herzerkrankungen einher. Hinsichtlich dieser Ereignisse wurde eine starke Assoziation mit der PM-2,5-Belastung bei Frauen und älteren Personen beobachtet.

Die Studienautoren halten es für wahrscheinlich, dass die Feinstaubpartikel in der Phase der erhöhten Luftbelastung durch Rauchemission als Trigger für Koronarereignisse wirksam waren.

Literatur