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01.04.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

„Milde“ Herzinsuffizienz

CRT verschafft langfristig großen Überlebensvorteil

Autor:
Peter Overbeck

Patienten mit symptomatisch mild ausgeprägter Herzinsuffizienz und breitem QRS-Komplex haben durch eine kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) langfristig einen deutlichen Überlebensvorteil, wie neue Daten der MADIT-CRT-Studie belegen. Dies gilt aber nur bei einer bestimmten QRS-Morphologie, nämlich bei bestehendem Linksschenkelblock.


Die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) sorgt bei bestimmten Patienten mit Herzinsuffizienz dafür, dass die aufgrund einer gestörten Reizleitung asynchron arbeitenden Ventrikel des Herzens wieder im gleichen Takt schlagen. Prognostisch profitieren davon nicht nur Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz.

Von Nutzen auch bei „milder“ Symptomatik

In Studien wie MADIT-CRT konnte auch bei Patienten mit reduzierter linksventrikulärer Funktion (niedrige Auswurffraktion) und verbreitertem QRS-Komplex, die nur eine milde klinische Herzinsuffizienzsymptomatik boten (NYHA-Stadium II), ein Nutzen der CRT dokumentiert werden.

An MADIT-CRT waren 1820 Patienten beteiligt, die alle die Indikationskriterien für einen implantierbaren Defibrillator (ICD) erfüllten. Die Teilnehmer bekamen entweder ein CRT-Gerät mit Defibrillator (CRT-D) oder nur einen ICD implantiert.

Primär nicht tödliche Ereignisse reduziert

Im Follow-up-Zeitraum von 2,4 Jahren wurde die Rate der Todesfälle und Herzinsuffizienz-Ereignisse durch die CRT-D-Therapie im Vergleich zur reinen ICD-Prophylaxe signifikant um 34 Prozent reduziert.

Der Hauptanteil an dieser Risikoreduktion war der deutlichen Abnahme von nicht tödlichen Herzinsuffizienz-Ereignissen um 41 Prozent zuzuschreiben.

Bei der Analyse von Subgruppen stellte sich in der Folge heraus, dass es primär Patienten mit Linksschenkelblock (70 Prozent der Studienpopulation) waren, die von der CRT-D-Therapie einen Vorteil hatten.

Beobachtungsdauer verlängert

In der Hoffnung, dass aus der deutlichen Abnahme der Herzinsuffizienz-Ereignisse längerfristig auch eine substanzielle Reduktion der Mortalität resultieren könnte, hatte die MADIT-Forschergruppe eine Verlängerung der Studie in die Wege geleitet.

Alle 1691 Patienten, die bei Ende der Hauptstudie (Juni 2009) noch lebten, sind in einer ersten Phase zunächst bis September 2010 nachbeobachtet worden. Daran schloss sich eine Registerphase mit nunmehr 854 Studienteilnehmern an, die im September 2013 beendet wurde.

Zu den 2,4 Jahren aus der Hauptstudie sind so weitere 5,6 Jahre der Beobachtungsdauer hinzugekommen.

Die Ergebnisse der Langzeitbeobachtung hat Dr. Ilan Goldenberg vom Leviev Heart Center in Tel Hashomer, Israel, beim Kongress des American College of Cardiology (ACC) in Washington vorgestellt. Sie wurden simultan im „New England Journal of Medicine“ publiziert.

Sterberate nach sieben Jahren um 41 Prozent niedriger

Die Erwartung, dass es längerfristig zu einer Reduktion der Mortalität durch die CRT-D-Therapie kommen würde, erfüllte sich – allerdings wieder nur bei Patienten mit Linksschenkelblock.

Nach sieben Jahren betrug die Mortalitätsrate bei diesen Patienten in der CRT-D-Gruppe 18 Prozent, im Vergleich zu 29 Prozent in der ICD-Gruppe. Das entspricht einer relativen Reduktion der Sterberate um 41 Prozent durch die CRT.

Patienten ohne Linksschenkelblock profitierten nicht

Die Rate nicht tödlicher Herzinsuffizienz-Ereignisse wurde um 62 Prozent und die Rate für den kombinierten Endpunkt aus Tod und Herzinsuffizienz-Ereignissen um 45 Prozent im Vergleich zur ICD-Therapie verringert.

Bei Patienten ohne Linksschenkelblock hatte die CRT dagegen keine klinischen Vorteile – im Gegenteil: Eine signifikante Zunahme der Mortalität um 57 Prozent scheint bei diesen Patienten eher für einen Nachteil der CRT zu sprechen.

Goldenberg riet allerdings dazu, das Ergebnis bei dieser Subgruppen mit großer Vorsicht zu bewerten.

Literatur

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