Onlineartikel 20.10.2015

CT-Bildgebung mit Flussmessung spart auch Kosten

Eine CT-Bildgebung der Koronargefäße mit CT-basierter Berechnung der fraktionellen Flussreserve (FFR) bei KHK-Patienten mit mittlerem Risiko verringert nicht nur die Zahl unnötiger Koronarangiografien, sondern spart auch Kosten.

Die Bestimmung der fraktionellen Flussreserve per CT (FFRCT) ist eine neue Methode, bei der im Nachgang einer CT-Angiografie der Koronarfluss mit Hilfe aufwändiger 3D-Rekonstruktionen simuliert und damit die FFR nicht-invasiv abgeschätzt wird. In der ursprünglich bei der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC 2015) vorgestellten PLATFORM-Studie konnte durch dieses Verfahren bei 61% der Patienten mit Verdacht auf KHK und mittlerer Prätestwahrscheinlichkeit auf eine invasive Koronarangiographie verzichtet werden.

Von den verbleibenden Patienten hatten dann mehr als zwei Drittel tatsächlich auch eine obstruktive KHK. Demgegenüber hatten in der Kontrollgruppe 73% der Patienten, die sofort zur Koronarangiographie geschickt wurden, keine obstruktive KHK (Kardiologie.org berichtete). Beim TCT-Kongress in San Francisco wurde jetzt die ökonomische Auswertung der PLATFORM-Studie nachgeliefert.

Kosten pro Patient bei nicht-invasiver Strategie um ein Drittel niedriger

Analysiert wurden die Kosten pro Patient über 90 Tage. Damit sind auch Kosten für eventuelle „nachgeschobene“ Interventionen bzw. Koronarangiographien bei Patienten enthalten, bei denen initial auf Basis der FFRCT auf die invasive Darstellung der Herzkranzgefäße verzichtet wurde. Trotzdem waren die Gesamtkosten im FFRCT-Arm der PLATFORM-Studie um fast 30% geringer.

Dr. Mark Hlatky von der University of Stanford, Kalifornien, stellte die Kostenanalyse in San Francisco in US-$ vor. Die Studie fand aber in mehreren westeuropäischen Ländern statt, darunter Frankreich und Deutschland, sodass die Kosten die Bedingungen der europäischen Gesundheitssysteme widerspiegeln. Die University of Stanford war wissenschaftlich in die PLATFORM-Studie involviert, und das Unternehmen HeartFlow, das die Algorithmen für die FFRCT entwickelt hat, hat seinen Sitz in Kalifornien.

Im Detail entstanden im FFRCT-Arm der Studie umgerechnet 7.343 US-$ an Kosten über 90 Tage. Im Kontrollarm, wo sofort invasiv angiografiert wurde, waren es 10.734 US-$. Dieser Unterschied war statistisch hoch signifikant (p<0,0001). Getrieben war er in erster Linie durch die Kosten der initialen Untersuchung, die im FFRCT-Arm mit knapp 300 US-$, im invasiven Arm mit gut 1.600 US-$ zu Buche schlug. Im weiteren Verlauf der 90 Tage entstanden im FFRCT-Arm Kosten von 7.046 US-$ pro Patient, im Kontrollarm 8.422 US-$ pro Patient. 

Literatur

Plenary Session XIV. First Report Investigations 2, Kongress TCT 2015 (Transcatheter Cardiovascular Therapeutics), 11.–15. Oktober 2015, San Francisco