Onlineartikel 21.12.2017

LIVE CASE: Diffuse KHK – und nun?

Ein Patient kommt mit einem frischen Infarkt in die Notaufnahme. Neben der schuldigen Stenose zeigt sich eine diffuse koronare Herzerkrankung in der linken Koronararterie. Dr. Tim Schäufele und sein Team aus Stuttgart sind sich nicht sicher, ob die alleinige Behandlung der LAD ausreicht und nehmen deshalb eine relativ neue Methode zur Beurteilung der hämodynamischen Relevanz zu Hilfe.

Suche nach der optimalen Strategie


Bei dem Patienten mit akutem Koronarsyndrom findet sich neben der "schuldigen Stenose" in der rechten Koronararterie  eine diffuse koronare Herzerkrankung in der Vorderwand. Der Patient ist gerade mal 50 Jahre alt und hat eine ausgeprägte Hypercholesterinämie. Jetzt gilt es zu klären, wie man mit diesem stark verändertem Gefäß verfahren sollte. 

iFR zur Beurteilung der hämodynamischen Relevanz 

Zur Beurteilung der hämodynamischen Relevanz der LAD-Stenose wird eine relative neue Methode, die iFR (instantaneous wave-free ratio)-Messung, eingesetzt. Die Ergebnisse sehen etwas anders aus, als es die Koronarangiografie hätte vermuten lassen.  

Prozedur und angiografisches Ergebnis

Die diffus veränderte LAD sorgt unter den Experten für Diskussionen: Besser das Gefäß mit einem Drug Eluting Ballon oder einem Stent behandeln? Wofür sich letztlich entschieden wurde und die genaue Vorgehensweise, erfahren Sie in diesem Video. 

Neueste Kongressmeldungen

Undichte Trikuspidalklappe: Verbesserung durch Clip-Therapie ist von Dauer

Die funktionellen und klinischen Verbesserungen durch minimalinvasive Clip-Therapie bei undichter Trikuspidalklappe sind anhaltend. Das belegen aktualisierte 1-Jahres-Ergebnisse der TRILUMINATE-Studie.

Sollte man sehr alte NSTEMI-Patienten invasiv behandeln?

Bei über 80-jährigen Patienten mit einem Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI) ist der Nutzen einer Revaskularisation bisher wenig erforscht. Eine randomisierte Studie sollte diese Evidenzlücke schließen. Das Ergebnis lässt allerdings Raum für Interpretation.

Schmerzen von Herzinfarkt-Patienten besser mit Paracetamol behandeln?

Patienten mit akutem Koronarsyndrom erhalten häufig Opioide gegen ihre Schmerzen. Doch diese Analgetika können mit der Antiplättchentherapie interagieren. Wissenschaftler haben nun die Eignung eines alternativen Schmerzmittels geprüft.  

Neueste Kongresse

PCR e-course 2020

Auch die diesjährige EuroPCR-Jahrestagung musste wegen Corona gestrichen werden – aber auch hier gab's virtuellen Ersatz: Interessierte Teilnehmer konnten sich bequem von zuhause oder der Praxis aus beim PCR e-Course 2020 über die aktuellen Entwicklungen und Innovationen in der interventionellen Herz-Kreislauf-Medizin informieren. 

Heart Failure 2020

Die Jahrestagung der Heart Failure Association ist der weltweit führende Kongress für kardiologische Experten zum Thema Herzinsuffizienz. Auch dieser Kongress fand dieses Jahr virtuell statt. Die Highlights finden Sie in diesem Kongressdossier. 

HRS-Kongress 2020 Science

Zwar musste auch die diesjährige Jahrestagung der Heart Rhythm Society in San Diego aufgrund der Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt werden, aber für Ersatz wurde gesorgt: mit HRS 2020 Science – einer dreiteiligen Online- und On-Demand-Fortbildungsreihe. 

Highlights

DGK-Kongress to go

DGK.Online 2020 – der Online-Kongress der DGK: Damit Sie auch in Zeiten eingeschränkter Versammlungs- und Reiseaktivitäten immer auf dem aktuellen Stand sind. Sehen Sie Vorträge zu aktuellen Themen von führenden Experten - wann und wo immer Sie wollen.  

Aktuelles zum Coronavirus

Die Ausbreitung des Coronavirus hat einschneidende Folgen auch für die Herzmedizin. Aktuelle Meldungen zu SARS-CoV-2 bzw. zu der Lungenkrankheit Covid-19 finden Sie in diesem Dossier.

Das könnte Sie auch interessieren

Topline-Meldung: Erfolg mit Finerenon bei diabetischer Nierenerkrankung

Der Studiensponsor Bayer informiert über den positiven Ausgang der FIDELIO-DKD-Studie. Demnach scheint der Nachweis, dass der Wirkstoff Finerenon additiv zur Standardtherapie die Progression der diabetischen Nierenerkrankung verzögert, gelungen zu sein.

DGK für Engagement in der Corona-Krise ausgezeichnet

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie hat für das herausragende Engagement in der Corona-Krise die Auszeichnung „Helden in der Krise“ des F.A.Z.-Instituts erhalten. Im Rahmen der Aktion werden „Helden in der Krise“ ausgezeichnet, die sich in der Corona-Krise durch besonderes Engagement hervorgetan haben.

Frühgeburt: Neuer Risikofaktor für koronare Herzkrankheit?

Frauen, deren Kinder vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, haben laut einer großen Studie ein gesteigertes Risiko, im späteren Leben eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln, unabhängig von anderen Risikofaktoren.

Aus der Kardiothek

Was sehen Sie im Kardio-MRT?

Kardio-MRT (Late Gadolinium Enhancement) mit Darstellung eines Kurzachsenschnitts im mittventrikulären Bereich. Was ist zu sehen?

BNK-Webinar "Von den Toten lernen für das Leben"

Alle verstorbenen COVID-19-Patienten werden in Hamburg obduziert und häufig auch im CT  betrachtet. Rechtsmediziner Prof. Klaus Püschel gewährt einen Einblick in seine Arbeit und erläutert die Todesursachen der Patienten – mit speziellem Fokus auf das Herz.

Kardiologische Implikationen und Komplikationen von COVID-19

Sind kardiovaskulär vorerkrankte Patienten besonders gefährdet, welchen Einfluss haben ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker nun wirklich und was passiert mit dem Herz-Kreislaufsystem im Rahmen eines schweren COVID-19-Verlaufs? Dies und mehr beantwortet Prof. Martin Möckel, Internist, Kardiologe und Notfallmediziner von der Berliner Charité in diesem Webinar.

Bildnachweise
Live Case 2017 Stents und mehr - AGIK trifft EACPI/© dgk
EuroPCR 2020/© ipopba / stock.adobe.com
Heart Failure 2020/© © ipopba / stock.adobe.com
Digitaler HRS-Kongress 2020/© [M] jamesteohart / Getty Images / iStock
DGK.Online 2020/© DGK
Corona/© Naeblys / Getty images / iStock
Kardio-MRT (Late Gadolinium Enhancement)/© Stephan Achenbach, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen
BNK-Webinar/© BNK | Kardiologie.org
Webinar Prof. Martin Möckel/© Springer Medizin Verlag GmbH