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17.10.2017 | DGK Herztage 2017 | Nachrichten

Zerebrale Mikrozirkulationsstörungen

Vorhofflimmern-Patienten leiden eher an kognitiven Defiziten

Autor:
Veronika Schlimpert

Bei Vorhofflimmern-Patienten ist die kognitive Leistungsfähigkeit wohl häufig eingeschränkt. Entsprechende Hinweise liefert eine kleine Studie, die auf den DGK-Herztagen 2017 vorgestellt wurde.

Vorhofflimmern-Patienten leiden offenbar eher unter kognitiven Einschränkungen. Darauf deutet eine kleine Studie mit 27 Probenden hin. Die Patienten mit Vorhofflimmern schnitten bei einem kognitiven Leistungstest signifikant schlechter ab als Kontrollpersonen, bei denen zwar keine Herzrhythmusstörung vorgelegen hatte, die ansonsten aber an den denselben Begleiterkrankungen litten.

Darüber hinaus stellten die Studienautoren um PD Dr. med Alexander Wutzler aus Bochum fest, dass die zerebrale Mikrozirkulation bei den Patienten mit Vorhofflimmern verringert war. Daher gehen die Wissenschaftler davon aus, dass zerebrale Perfusionsdefizite zu der verminderten Leitungsfähigkeit beigetragen haben könnten.  

Erfasst wurde die zerebrale Mikrozirkulation via Nah-Infrarot-Spektrometrie (NIRS), über die die regionale zerebrale Oxygenierung (rSO2) sichtbar wird. Bei den 17 Patienten mit Vorhofflimmern war die bilateral gemessene rSO2 signifikant geringer als bei den 10 Kontrollpersonen (rSO2 rechtsseitig 67,6 ± 5,7 vs. 73,1 ± 5,5%, p=0,04; rSO2 linksseitig 65,9 ± 4,8 vs. 71,5 ± 4,7%, p = 0,007).

Der Trail Making Test (TMT) zur Bestimmung der kognitiven Leistungsfähigkeit wurde von Vorhofflimmern-Patienten in durchschnittlich 60,4 Sekunden absolviert, die Kontrollprobanden schafften dies in 47,9 Sekunden (p=0,03).

In der klinischen Praxis könnten nach Ansicht der Autoren entsprechende Tests wie der TMT oder auch die NIRS als Screening-Methoden nützlich sein, um erste Anzeichen einer kognitiven Einschränkung bei Vorhofflimmern-Patienten rechtzeitig zu erkennen.

Zuvor müssen die hier gewonnenen Erkenntnisse aber wohl erst an einer größeren Patientengruppe bestätigt werden, um eine entsprechende Implementierung in die Praxis überhaupt anstreben zu können.

Literatur

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