Nachrichten 27.09.2021

Ausblick auf die DGK Herztage: „Endlich wieder ein persönlicher Austausch“

Die DGK Herztage finden vom 30.9 bis 02.10.2021 als Hybridkongress in Bonn und online statt. Es besteht somit seit Langem wieder die Möglichkeit eines persönlichen Austausches. Der Tagungspräsident für Kardiologie aktuell, Dr. Nobert Smetak, erzählt, worauf er sich besonders freut.


© Smetak

Dr. Nobert Smetak ist diesjähriger Tagungspräsident der DGK Herztage für Kardiologie aktuell. Er ist Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK) und arbeitet als niedergelassener Kardiologe in Kirchheim.


Herr Dr. Smetak, die diesjährigen DGK-Herztage, die Sie als Tagungspräsident mit organisieren und begleiten, finden als Hybridkongress in Bonn und online statt. Damit werden sich Kardiologen und Kardiologinnen nach langer „Durststrecke“ wieder von Angesicht zu Angesicht begegnen und austauschen können. Was erwarten Sie von diesem Wiedersehen?

Dr. Smetak: Ich freue mich vor allem natürlich wieder auf das Auffrischen der persönlichen Kontakte, die nötig sind, um sich auch wissenschaftlich freier austauschen zu können. Über persönliche Netzwerke ist dies viel einfacher möglich als während einer virtuellen Sitzung.

Welche Vorkehrungen werden angesichts der Pandemiesituation getroffen?

Dr. Smetak: In der Regel sind ja zumindest die im medizinischen Bereich Beschäftigten geimpft. Ansonsten werden natürlich Abstandsregeln und aktuelle Maßgaben der Landesregierung berücksichtigt.

Wenn Sie einen Kollegen/eine Kollegin überzeugen müssten, an dem Kongress teilzunehmen, was wären Ihre Argumente?

Dr. Smetak: Neben dem ESC-Kongress bieten die DGK Herztage zusammen mit der DGK-Jahrestagung den wichtigsten wissenschaftlichen Austausch für Kardiologinnen und Kardiologen, die in Deutschland tätig sind. Die Herztage bieten eine Mischung aus allen Bereichen, mit Experten, die man sehr nah und offen erleben kann. Ich hoffe, das sind Argumente, die viele überzeugen werden.

Was sind die Besonderheiten an dem diesjährigen Programm?

Dr. Smetak: Die Hauptaspekte des Kongresses beschäftigen sich mit Fragen, die den praktischen Alltag betreffen, beispielsweise die Primär- und Sekundärprävention, Herzinsuffizienz und die Leitlinien – also ein Auszug aus den wichtigsten Studien der letzten Jahre. Zusätzlich wurden zwei ganz neue Themenpunkte aus dem Bereich der Ethik zum Thema Sterbehilfe – „Medizin am Lebensende: Grundfragen der Sterbehilfe“ – und zum anderen eine juristische Session erstmals ins Programm aufgenommen.

Was sind Ihre persönlichen Highlights?

Dr. Smetak: Besonders freue ich mich auf die Sitzungen, die sich mit der ambulanten Versorgung und Vernetzung auch mit digitalen Möglichkeiten beschäftigen.

Die „Great Debate“ sind ein besonderes Format der Herztage. Welche Erkenntnisse erhoffen Sie sich von den diesjährigen Themen, auf welche Argumentationen sind Sie gespannt?

Dr. Smetak: Hier ist es mir wichtig, dass im Rahmen der Diskussionen gut die Zusammenarbeit zwischen ambulant und stationär herausgearbeitet wird. Was die Argumentationen der Vortragenden betrifft: Auf alle, das ist ja das Spannende bei der Great Debate, weil man dabei zwei gegensätzliche Meinungen zu kardiologischen Kontroversen unmittelbar mitbekommt.

In diesem Jahr wird es zwei Great Debate-Sessions geben, am Donnerstag und Samstag, und darin werden jeweils unterschiedliche Themen behandelt. Sicherlich spannend aus Sicht der niedergelassenen Kardiologen und Kardiologinnen werden die Diskussionen sein, ob Herzinsuffizienzpatienten statt in der Praxis besser in der Klinikambulanz und ob Herzinfarktpatienten lebenslang besser im Krankenhaus betreut werden sollten. Die Rhythmologen wird wahrscheinlich besonders die Debatte interessieren, in der über das Management von Vorhofflimmern-Patienten mit höhergradiger Mitrainsuffizienz diskutiert wird. Und auch der früher oft vernachlässigten Trikuspidalklappe ist eine eigene Pro/Kontra-Sitzung gewidmet, mit dem Streitpunkt: Perkutane Interventionen oder Medikamente wichtiger? Es ist also für jeden/jede etwas dabei. 

Es gibt auch Veranstaltungen speziell für junge Kardiologen und Kardiologinnen, worauf wird hier besonders wertgelegt? 

Dr. Smetak: Den jungen Kardiologen und Kardiologinnen gehört die Zukunft. Es wird deshalb Wert auf die Diskussion auf Augenhöhe gelegt. Einige Sitzungen der Herztage beschäftigen sich speziell mit Themen, mit denen junge Assistenzärzte und -ärztinnen konfrontiert sind und die ihnen im Alltag weiterhelfen können, z. B. in der Sitzung „Tipps und Tricks abseits des Lehrbuchs...“ werden praktische Hilfe in der Echokardiografie, im Herzkatheterlabor und anderen Bereich der Kardiologe gegeben. Einen Blick über den Tellerrand der Kardiologe verspricht die Sitzung „#interdisziplinär – Was "Young Cardiologists" wissen müssen...“. 



Info

Wie Sie sich für die Live-Sitzungen der DGK Herztage registrieren können, erfahren Sie hier auf den Seiten der DGK.


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