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10.04.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Nachrichten

Nach Reanimation und akuter Herzinsuffizienz

Troponin auch bei kardialen Notfällen bestimmen?

Autor:
Dr. med. Peter Stiefelhagen

Troponin ist ein sehr sensitiver Biomarker, um einen Infarkt rasch und sicher nachzuweisen. Troponin wird allerdings bei jeder Form der Herzmuskelschädigung freigesetzt. Macht es dann überhaupt Sinn, es bei reanimierten Patienten und solchen mit einer kardialen Dekompensation zu bestimmen?

„Wird bei einem Patienten eine Reanimation durchgeführt, so gibt es viele Ursachen für die Troponinfreisetzung“, machte Dr. Maria Rubini aus Basel auf der DGK-Jahrestagung deutlich. Häufig sei ein akuter Infarkt der Auslöser, der Troponinanstieg also ischämisch bedingt. Doch auch die Thoraxkompression und die Defibrillation gehen mit einer Myokardschädigung einher und tragen zur Troponinerhöhung bei. 

„Welcher dieser Mechanismen letztendlich die Troponinerhöhung verursacht hat, also ob ein kardiovaskuläres Ereignis der Auslöser ist, das lässt sich in solchen Situationen nicht klären“, so Rubini. Meist seien es mehrere Faktoren.

Nach Reanimation (fast) immer Sofort-Koronarangiografie

 Somit verliert der Troponin-Test bei reanimierten Patienten seine diagnostische Aussagekraft, die er bei der Diagnostik des akuten Koronarsyndroms hat. Auch kann der Troponin-Test bei der Klinikaufnahme noch negativ sein, obwohl ein Infarkt vorliegt.

Deshalb sollte die Indikation für die invasive Diagnostik nach einer erfolgreichen Reanimation keinesfalls vom Troponin-Wert abhängig gemacht werden. „Die sofortige invasive Diagnostik ist unverzichtbar, denn bei 70% aller reanimierten Patienten liegt in der Tat ein kardiovaskuläres Ereignis vor und die perkutane Koronarintervention nach einer erfolgreichen Reanimation verbessert die Prognose dieser Patienten“, so Rubini. 

Nur wenn eine andere Ursache für den Herzstillstand bekannt sei wie eine Kardiomyopathie, könne auf die invasive Diagnostik verzichtet werden.

Trotzdem sei es sinnvoll, bei reanimierten Patienten das Troponin zu bestimmen und zwar aus prognostischer Sicht. Denn ein erhöhter Wert ist ein zuverlässiger Prädiktor für ein schlechteres Outcome. „Als diagnostischer Parameter hat das Troponin bei reanimierten Patienten aber keine Bedeutung“, so das Fazit von Rubini.

Bei akuter Herzinsuffizienz unverzichtbar

Ähnlich ist die Situation bei einer akuten kardialen Dekompensation. Auch hier ist das Troponin meist positiv aus vielerlei Gründen, die zu einer Myokardischämie führen. 

„Als Ursache der akuten kardialen Dekompensation muss aber auch hier immer ein kardiovaskuläres Ereignis diskutiert werden“, so Rubini. Dies sei vor allem dann der Fall, wenn das Troponin eine Dynamik zeige.

Aber auch die kardiale Dekompensation selbst gehe nicht selten mit einem dynamischen Anstieg der Troponin-Werte einher. Um ein akutes Koronarsyndrom als Ursache der kardialen Dekompensation nicht zu übersehen, sollte man in jedem Fall neben den natriuretischen Peptiden das Troponin bestimmen. Wie das EKG ist dies eine Klasse I C-Empfehlung.

Die Indikation für die invasive Diagnostik sollte bei einem positiven Troponin aber nicht allein von diesem Marker abhängig gemacht werden. „Entscheidend für die Indikationsstellung ist immer die Synopse von Klinik, Vorgeschichte, EKG, Echo und Troponinverlauf“, so Rubini. Wie bei der Reanimation habe das Troponin auch bei der akuten Herzinsuffizienz zusätzlich eine prognostische Bedeutung, d.h. ein positives Troponin ist mit einer deutlich höheren Krankenhausmortalität assoziiert.

Literatur

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