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11.04.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Nachrichten

Akuter Herztod

Wann darf man die Wiederbelebung beenden?

Autor:
Dr. med. Peter Stiefelhagen

Wiederbelebungsmaßnahmen sind entscheidend für die Überlebenschancen von Menschen mit akutem Herztod. Doch ab einem gewissen Zeitpunkt sind die Bemühungen aussichtslos. Wann man mit der Reanimation aufhören kann,  erfuhr man auf der DGK-Jahrestagung.

 „Die Wahrnehmung des Effekts von Elementen der Rettungskette beim akuten Herztod entspricht nicht ihrer tatsächlichen Bedeutung“, so Prof. Ingo Ahrens aus Köln. Den Maßnahmen in der Klinik werde bei der Reanimation ein zu hoher Stellenwert beigemessen.

Viel entscheidender für die Überlebenschancen als die Versorgung in der Klinik sei allerdings die sofortige Einleitung von Wiederbelebungsmaßnahmen vor Ort durch Laien. Heute kann via Handy überall und sofort mit einem Rettungsdienst Kontakt aufgenommen werden. „Nur mit zwei einfachen Fragen kann dann entschieden werden, ob man mit der Reanimation beginnen sollte“, so der Kardiologe. Ist die Person bei Bewusstsein und atmet der Patient normal? Werden diese Fragen verneint, erfolgt die Anweisung, mit der Reanimation zu beginnen. No, No, Go!

Medizinische und ethische Aspekte

Wenn man mit der Reanimation begonnen hat und diese nicht sofort erfolgreich ist, stellt sich die Frage: Wann sollte man die Reanimation abbrechen, weil nicht mehr mit einem vertretbaren neurologischen Outcome zu rechnen ist? 

Dies ist eine Frage, bei der medizinische, aber auch ethische Aspekte zum Tragen kommen. „Es fällt keinem Arzt leicht, den Patienten irreversibel in den Tod zu schicken“, stellte Ahrens klar. Grundsätzlich müsse man aber davon ausgehen, dass bereits nach 10 Minuten die Erfolgsrate deutlich sinkt und nach 40 Minuten gibt es nur noch vereinzelte Patienten, die die Reanimation mit einem vertretbaren neurologischen Outcome überleben.

Wann es keine Überlebenschance mehr gibt

Zu den ungünstigen Prädiktoren einer Reanimation zählen: Die Nicht-Wiederherstellung eines stabilen Kreislaufs (ROSC: Return of spontaneous circulation), ein nicht- defibrillierbares Ereignis (Non shockable rhythm), keine Reanimation durch Rettungspersonal und fehlende Laienreanimation durch Umstehende. Wenn diese Faktoren zusammenkommen, hat der Patient praktisch keine Chance zu überleben.

„Diese Faktoren sollte man berücksichtigen, bevor man sich im Einzelfall entscheidet, die Reanimationsmaßnahmen zu beenden“, betonte Ahrens. Eine generelle allgemeinverbindliche Empfehlung gebe es aber nicht. Die Entscheidung müsse individuell getroffen werden, wobei das Alter und etwaige Begleiterkrankungen berücksichtigt werden sollten.

In der Regel nicht länger als 40 Minuten 

Doch Patienten mit einer Asystolie, bei denen vor Ort keine suffizienten Reanimationsmaßnahmen eingeleitet werden, haben in der Regel kaum eine Chance zu überleben. So lautet die Empfehlung, bei solchen Patienten die Reanimation nach 20 Minuten zu beenden, wenn keine reversible Ursache vorliegt. „Bei primär schockbarem Rhythmus erscheint eine Reanimationsdauer von 30 bis 40 Minuten geboten“, schloss Ahrens.

Literatur

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