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31.08.2016 | Diagnostik des Vorhofflimmerns | Nachrichten

Ergänzung in der Diagnostik

Tele-EKG hilft Vorhofflimmern früher zu erkennen

Autor:
Pressetext DGK

Der Einsatz eines mobilen EKG-Rekorders (Tele-EKG) bei unklaren Herzbeschwerden ist ein innovativer und erfolgreicher Ansatz, um behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern früher zu diagnostizieren. Das zeigt eine Studie von Hamburger Kardiologen, die auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Rom präsentiert wurde.

Rund ein Prozent der Bevölkerung leidet an Vorhofflimmern, einer der häufigsten Herzrhythmusstörungen. „Anfallsartig auftretende Herzrhythmusstörungen gehören zu den häufigsten Ursachen für ambulante Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte“, so Studienautorin PD Dr. Monica Patten, Universitäres Herzzentrum Hamburg. „Da solche Rhythmusstörungen mit herkömmlichen Untersuchungsmethoden wie Ruhe- oder Langzeit-EKG oft nur schwer nachzuweisen sind, wird die Erkrankung häufig gar nicht oder sehr spät erkannt. Außerdem werden die Beschwerden, die oft auch mit Angstgefühlen einhergehen, nicht immer ernst genommen.“

Das kann schwerwiegende Folgen haben: Vorhofflimmern erhöht das Risiko eines Schlaganfalls, etwa jeder fünfte Hirninfarkt geht auf diese Rhythmusstörung zurück. Der Einsatz von mobilen EKG-Eventrekordern („Tele-EKG“), so Patten, könnte einen wichtigen Beitrag zu einer früheren Diagnose leisten. Während eines Anfalls können Patienten solche Geräte einfach auf den Brustkorb auflegen, diese zeichnen dann selbsttätig ein EKG auf.

Für die Hamburger Studie wurden zwischen 2009 und 2014 insgesamt 790 Patienten mit wiederkehrenden Rhythmusstörungen für zwei bis vier Wochen mit einem Tele-EKG ausgestattet. Insgesamt wurden 11.775 EKG-Aufzeichnungen übertragen und die Symptome der Patienten während der EKG-Aufzeichnung über eine 24 Stunden besetzte Hotline mit medizinisch geschultem Personal erfasst.

Bei 73 Prozent der Patienten konnte im Tele-EKG eine Herzrhythmusstörung nachgewiesen werden, bei 14 Prozent Vorhofflimmern. Bei Patienten mit dokumentiertem Vorhofflimmern handelte es sich bei 40 Prozent um eine Erstdiagnose, 56 Prozent hatten ein Rezidiv. 27 Prozent der Patienten mit neu diagnostiziertem Vorhofflimmern erhielten eine Ablationsbehandlung, 30 Prozent eine medikamentöse Therapie. Bei Patienten mit bereits bekanntem Vorhofflimmern wurde bei 65 Prozent eine Ablation oder Re-Ablation durchgeführt oder empfohlen, bei 16 Prozent wurde die medikamentöse Therapie modifiziert.

„Unsere Daten zeigen, dass der gezielte Einsatz eines Event-Recorder-Monitorings eine sinnvolle und nützliche Ergänzung in der Diagnostik unklarer Herzbeschwerden darstellt, da sich die Zeit bis zur Diagnosestellung verkürzt und eine zügige Therapieentscheidung möglich wird“, so Patten. „Außerdem kann bei Patienten mit Beschwerden und Nachweis eines unauffälligen Tele-EKG so ohne großen Aufwand eine rhythmogene Ursache ausgeschlossen werden.“ 

Literatur

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