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11.07.2017 | Diagnostik in der Kardiologie | Nachrichten

Post-mortem-Kardiologie

Unklare Todesfälle: Kann CT-Angiografie an der Leiche die Autopsie ersetzen?

Autor:
Philipp Grätzel

Die Autopsierate bei unklaren Todesfällen ist längst nicht so hoch, wie sie sein sollte – auch weil Angehörige den Eingriff oft ablehnen. Pathologen der Universität Leicester zeigen jetzt, dass die Hinzunahme einer nicht invasiven CT-Angiografie zur Post-mortem-CT auch koronare Todesursachen sicher identifiziert.

Die Post-mortem-CT-Untersuchung (PMCT) ist eine an immer mehr pathologischen Instituten genutzte Untersuchung, die in den bisherigen Einsatzszenarien die invasive Autopsie in der Regel ergänzt und nicht ersetzt. Frakturen und Blutungen lassen sich beispielsweise mit zusätzlicher CT oft besser identifizieren als mit der reinen Autopsie. Die Koronardiagnostik per Post-mortem-CT galt dagegen bisher als schwierig. Doch die Methode wurde in den letzten Jahren vorangebracht.

An der Universität Leicester wurde die PMCT mit Post-mortem-CT-Angiografie (PMCTA) jetzt bei 210 Verstorbenen prospektiv mit der invasiven Autopsie verglichen. Es handelte sich um Menschen, bei denen auf dem Totenschein entweder ein natürlicher Tod angegeben war oder bei denen die Todesursache unklar war, es aber keinen Hinweis auf ein Gewaltdelikt oder einen Unfalltod gab. Ziel war es, zu eruieren, ob eine PMCT mit PMCTA als Alternative zur Autopsie genutzt werden könnte.

Es zeigte sich, dass PMCT und PMCTA in 92 % der Fälle ausreichten, um sich auf eine Todesursache festzulegen. Bei knapp 10 % dieser Festlegungen waren sich die Radiologen unsicher und hätten – wenn nicht ohnehin eine invasive Autopsie gemacht worden wäre – eine solche empfohlen. Anders herum formuliert: Bei 8 von 10 Menschen mit natürlichem Tod oder prima-vista nicht traumatischem, unklarem Tod reichte die nicht invasive Diagnostik aus.

Die britischen Wissenschaftler haben auch untersucht, wie zuverlässig die beiden Methoden waren. Goldstandard war primär das invasive Autopsieergebnis, modifiziert durch jene Fälle, in denen die PMCT oder PMCTA eindeutige Todesursachen erbrachte, die die Pathologen bei der invasiven Autopsie übersehen hatten.

Gemessen an diesem „gemischten“ Goldstandard lag die PMCTA in 6 % der Fälle falsch, die invasive Autopsie in 5 % der Fälle. Das war kein signifikanter Unterschied. Die PMCT und PMCTA identifizierten Traumata und Blutungen besser als die invasive Autopsie. Deren Vorteil lag demgegenüber vor allem in einer besseren Detektion von Lungenembolien.

Literatur

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