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17.12.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Adipositas und Hypertonie

Die Herzpatienten von morgen

Autor:
Philipp Grätzel

Jeder fünfte Junge und jedes vierte Mädchen mit Adipositas hat eine manifeste arterielle Hypertonie. Das zeigen Ergebnisse aus der PEP Family Heart Studie der Region Nürnberg.

Die PEP Family Heart Studie ist eine epidemiologische Langzeitstudie, an der im Raum Nürnberg über 20000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 3 und 18 Jahren teilnehmen. Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen Gewichtsparametern und Hypertonierisiko wurden von Gerda-Maria Haas von der Nürnberger Stiftung zur Prävention der Arteriosklerose beim 38. Kongress der Deutschen Hochdruckliga DHL in Berlin vorgestellt.

Demnach ist die Prävalenz der Hypertonie bei adipösen Jungen mit 18,6% mehr als dreimal so hoch wie bei normalgewichtigen Jungen (5,7%) und immer noch rund 80% als bei nur übergewichtigen Jungen (10,4%). Die Einteilung in normalgewichtig, übergewichtig und adipös sowie die Definition der Blutdruckgrenzen erfolgten altersabhängig nach BMI- bzw. Blutdruck-Perzentilen.

Noch deutlicher ist der Zusammenhang zwischen adipösem BMI und Hypertonie bei Mädchen. Bei 5% aller normalgewichtigen und 9,1% aller übergewichtigen Mädchen lag eine arterielle Hypertonie vor. Bei adipösen Mädchen schnellt dieser Wert auf 24,4% in die Höhe. Nach Adjustierung erhöhe die Adipositas demnach bei Jungen das Hypertonierisiko um den Faktor 4,3, bei Mädchen um den Faktor 6,2, so Haas.

Taillenumfang ist bei Kindern weniger aussagekräftig

Die Wissenschaftler haben sich auch andere gewichtsrelevante anthropometrische Parameter angesehen, darunter den Taillenumfang, den Quotienten zwischen Taille und Größe als Hinweis auf eine abdominelle Adipositas und den mittels Hautfaltenmessung abgeschätzten Körperfettanteil. Anders als bei Erwachsenen ist die Korrelation der anthropometrischen Parameter mit der Hypertonie aber deutlich schwächer als die Korrelation des BMI mit der Hypertonie.

Haas empfiehlt bei Kindern und Jugendlichen vor dem Hintergrund dieser Daten primär den altersstandardisierten BMI für die Abschätzung des Hypertonierisikos und nicht die Parameter für eine abdominelle Adipositas. Über die Gründe für diesen Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen könne sie nur spekulieren, so Haas. Möglicherweise sei der Taillenumfang bei Kindern und Jugendlichen stärker als bei Erwachsenen durch die Muskelmasse mit beeinflusst.

Literatur

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