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24.03.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Expertenblickpunkt ACC 2015

Eindrucksvolle Daten vom deutschen Aortenklappen Register

Autor:
PD Dr. Stefan Perings

Im Rahmen des ACC Kongresses hat Thomas Walter stellvertretend für das GARY (German Aortic valve RegistrY) Studienkomitee die perioperativen Ergebnisse und Komplikationen von 15.964 TAVI (Transcatheter Aortic Valve Implantation) Prozeduren vorgestellt.

Bei dem deutschen Aortenklappen Register werden aktuell 82.577 Patienten aus 93 aktiven Kliniken geführt. Davon sind in dem Zeitraum von 2011-2013 15.964 Patienten mittels TAVI behandelt worden. Als bevorzugter Zugangsweg hat sich hierbei klar der retrograde transfemorale Zugang herauskristallisiert, welcher in 70,7 % aller Fälle gewählt wurde. Bei 27 % aller Patienten wurde die Aortenklappe antegrad transapical implantiert. Bei 2,3 % der Patienten wurde ein alternativer Zugang gewählt. Das Durchschnittsalter der behandelten Patienten lag bei 81 Jahren, also typischerweise ein betagtes Patientenkollektiv für die TAVI Prozedur als Alternative zur konventionellen Klappenoperation. Interessanterweise war der Schweregrad der Erkrankung gemessen an dem STS Risikoscore mit 5,0 im Vergleich zu den amerikanischen TAVI Patientenkollektiven relativ gering.

Die Patienten wurden nachverfolgt insbesondere in Hinblick auf schwere vitale Komplikationen wie - Tod, Konversion zur Sternotomie, akute PCI, akutes Linksherzversagen, Herzbeuteltamponaden, Aortendissektionen und Anulusruptur, sowie auf technische Komplikation im Rahmen der Prozedur, wie Klappen-Re-Positionierung bzw. Entfernung der Klappenprothese, Klappe in Klappe Prozedur, Embolisationen und die Notwendigkeit eines Verschlusses eines paravalvulären Lecks.

Insgesamt traten bei 5 % aller Patienten schwere Komplikationen und bei 4,7 % aller Patienten technische Komplikationen auf. Die in-Hospital Sterblichkeit lag bei 5,2 %. Erstaunlich niedrig war die Konversionsrate zur offenen Herzchirurgie mit nur 1,3 %. Ebenfalls erfreulich niedrig war die gefürchtete Komplikation eines Schlaganfalls mit nur 1,5 % aller Patienten. Eine nach wie vor relativ häufige Komplikation ist die Notwendigkeit einer Schrittmacher Implantation mit 17,5 % sowie Blutungskomplikationen mit 26,3 %. Ferner konnten die Autoren eine gewisse Lernkurve über die Jahre nachweisen. So konnte gezeigt werden, dass es im Verlauf der Beobachtungszeit von 2011-2013 zu einer stetigen Reduktion der Komplikationsraten gekommen war. Als unabhängige Prädiktoren für das Auftreten von Komplikationen wurden das Geschlecht, eine eingeschränkte Ejektionsfraktion und das parallele Auftreten von Gefäßerkrankungen identifiziert.

Insgesamt schlussfolgern die Autoren, dass TAVI eine sichere Prozedur mit einer akzeptablen Komplikationsrate von ca. 4 % und einer Todesrate von ca. 5 % im Krankenhaus darstellt.

In unserer Kolumne „Expertenblickpunkt“ hebt ein Experte aus Klinik oder Praxis besondere Inhalte von Kongressen und aus der aktuellen kardiologischen Berichterstattung hervor.
Dr. Stefan Perings ist geschäftsführender Mitherausgeber von „kardiologie.org". Er arbeitet als niedergelassener Kardiologe und Partner im CardioCentrum Düsseldorf sowie in der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf. Seit 2012 ist er stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK)und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

Literatur
Bildnachweise