Skip to main content
main-content

10.10.2016 | Elektrische und interventionelle Therapie des Vorhofflimmerns | Nachrichten

Erfahrungen an deutschen Zentren

Katheterablation bei Vorhofflimmern: Eine sichere Therapieoption

Aufschluss über Wirksamkeit und Sicherheit der Katheterablation bei jungen Patienten unter 35 Jahren mit Vorhofflimmern sowie über das Risiko eines Schlaganfalls als Komplikation einer solchen Intervention geben zwei Studien aus erfahrenen deutschen Herzzentren.

Die Katheterablation stellt eine sichere und etablierte Therapie für die Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern dar. Diese gilt für ältere Patienten ebenso wie für jüngere. In Zentren mit viel Erfahrung mit dieser Prozedur sind gefährliche Komplikationen wie das Auftreten eines Schlaganfalls sehr selten. Das zeigen zwei aktuelle Studien aus Frankfurt und Hamburg, die im Rahmen der DGK Herztage in Berlin präsentiert wurden.

Geringe periprozedurale Schlaganfall-Raten

Im Cardioangologischen Centrum Bethanien, Frankfurt, wurden die Daten aller 3.554 Ablationen bei Vorhofflimmern analysiert, die zwischen Mai 2010 und Juni 2016 durchgeführt wurden. Die Ablationen wurden entweder mittels Hochfrequenzstrom oder mit der Ballonkatheter-Technologie des Kryoballon durchgeführt. 

„In beiden Ablationsgruppen wurden in unserem ‚high-volume’-Zentrum nur wenige Komplikationen beobachtet“, berichtet Studienautorin Dr. Laura Perrotta. „Die periprozedurale Schlaganfall-Rate war insgesamt sehr gering und lag bei 0,17 Prozent, wobei in der Kryoballon-Gruppe kein Fall vorkam.“ Nach 48 Stunden wiesen alle Patienten mit periprozeduralem Schlaganfall kein anhaltendes neuro-logisches Defizit zum Entlassungszeitpunkt auf.

Auch bei jungen Erwachsenen gute Option

„Die Mehrzahl der wissenschaftlichen Arbeit zur interventionellen Behandlung von Vorhofflimmern beschäftigt sich mit Patienten zwischen 50 und 70 Jahren, während zur Therapie jüngerer Patienten kaum Landzeitdaten vorliegen“, berichtete Dr. Tilman Maurer von der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg. „Gerade die Behandlung dieser Patientengruppe stellt jedoch eine besondere Herausfor-derung dar, zumal die Option einer medikamentösen antiarrhythmischen Therapie für die Betroffenen die lebenslange Einnahme im Langzeitverlauf oft nebenwirkungsreicher Medikamenten bedeutet.“ 

In der auf den DGK Herztagen präsentierten Studie aus Hamburg wurden Langzeitergebnisse der Katheterablation von Vorhofflimmern bei insgesamt 85 Patienten unter 35 Jahren analysiert, die zwi-schen 2004 und 2015 an der Asklepios Klinik behandelt wurden. 84 Prozent aller abladierten Patien-ten waren nach einer durchschnittlichen Nachbeobachtungsperiode von 4,6 Jahren frei von Vorhof-flimmern oder anderweitigen atrialen Tachykardien. Zu Komplikationen kam es bei 4,9 Prozent der Prozeduren.

Die Katheterablation von symptomatischem Vorhofflimmern bei jungen Erwachsenen in einem er-fahrenen Zentrum stellt eine erfolgversprechende Therapieoption dar, die vor allem bei guter Patien-tenselektion der Mehrzahl der Patienten eine langjährige antiarrhythmische Therapie erspart, die Symptome signifikant verbessert und mit einem akzeptablen Risiko behaftet ist“, fasst Dr. Maurer die zentralen Studienergebnisse zusammen.  

Literatur

Zurzeit meistgelesene Artikel

Highlights

23.01.2019 | DGK Herztage 2018 | Highlights | Video

Non-Compaction-Kardiomyopathie oder nicht? Knifflige Fälle aus dem klinischen Alltag

Non-Compaction-Kardiomyopathien sind nicht immer eindeutig von anderen Formen abzugrenzen. In seinem Vortrag geht Prof. Dr. Benjamin Meder, Heidelberg, auf die unterschiedliche Ätiologie und Diagnostik ein und stellt verschiedene schwierige Fälle vor. 

23.01.2019 | DGK Herztage 2018 | Highlights | Video

Das Wichtigste in Kürze zur hypertrophischen Kardiomyopathie

2014 wurde erstmals eine ESC-Leitlinie zur hypertrophischen Kardiomyopathie (HCM) publiziert. Prof. Dr. Nobert Frey, Kiel, fasst das Wichtigste zu Differentialdiagnose und Therapie der HCM zusammen, erläutert die Kriterien für den Einsatz eines ICD-Systems und gibt Tipps für den ärztlichen Alltag. 

Aus der Kardiothek

04.02.2019 | Quiz | Onlineartikel

Mann mit Dyspnoe – was sehen Sie im CT?

Kardiale Computertomographie bei einem 63-jährigen Patienten mit Dyspnoe. Was ist zu sehen?

23.01.2019 | DGK Herztage 2018 | Highlights | Video

Non-Compaction-Kardiomyopathie oder nicht? Knifflige Fälle aus dem klinischen Alltag

Non-Compaction-Kardiomyopathien sind nicht immer eindeutig von anderen Formen abzugrenzen. In seinem Vortrag geht Prof. Dr. Benjamin Meder, Heidelberg, auf die unterschiedliche Ätiologie und Diagnostik ein und stellt verschiedene schwierige Fälle vor. 

23.01.2019 | DGK Herztage 2018 | Highlights | Video

Das Wichtigste in Kürze zur hypertrophischen Kardiomyopathie

2014 wurde erstmals eine ESC-Leitlinie zur hypertrophischen Kardiomyopathie (HCM) publiziert. Prof. Dr. Nobert Frey, Kiel, fasst das Wichtigste zu Differentialdiagnose und Therapie der HCM zusammen, erläutert die Kriterien für den Einsatz eines ICD-Systems und gibt Tipps für den ärztlichen Alltag. 

Kontroverser Fall: So kann man wiederkehrendes Vorhofflimmern auch behandeln

DGK Herztage 2018 - Interview Prof. Dr. Boris Schmidt

Ein Patient leidet an wiederkehrendem Vorhofflimmern. Das Team um Prof. Boris Schmidt entscheidet sich für eine ungewöhnliche Strategie: die Implantation eines endokardialen Watchmann-Okkluders, um den linken Vorhof zu isolieren. Das genaue Prozedere sehen Sie hier. 

Spezielle Katheterablations-Strategie bei ausgeprägtem Narbengewebe

Vortrag Prof. Dr. Thomas Deneke - Jahrestagung DGK 2018

Die ventrikuläre Tachykardie eines 54-jährigen Patienten mit zurückliegendem Hinterwandinfarkt soll mit einer Katheterablation beseitigt werden. Prof. Thomas Deneke entscheidet sich für eine unkonventionelle Strategie und erläutert wie das CT  in solchen Fällen helfen kann. 

Komplizierte Mehrgefäß-KHK bei einem jungen Patienten

Vortrag Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe Jahrestagung DGK 2018

Mehrere komplexe Stenosen bei einem 46-jährigen Patienten erfordern ein strategisch sinnvolles Vorgehen. Wofür sich das Team um PD Dr. Hans-Jörg Hippe vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Klinik entschieden hat, erfahren Sie in diesem Livecase. 

Bildnachweise