Nachrichten 22.09.2017

Kryoballon-Ablation spart Kosten

Der Kryoballon hat sich in einer Analyse der FIRE-AND-ICE-Studie als die letztlich kostengünstigere Vorhofflimmern-Ablationstechnik herausgestellt als die Radiofrequenzablation. Damit spricht auch der Preis für den Kälteballon als das Standard-Ablationsverfahren der Zukunft.

Die Kryoballon-Ablationstechnik macht dem bisherigen Goldstandard in der Ablation von Vorhofflimmern zunehmend Konkurrenz. In der FIRE-AND-ICE-Studie mit 762 an symptomatischem paroxysmalem Vorhofflimmern erkrankten Patienten hat der Kälteballon letztlich nicht nur eine bessere Performance abgelegt als die bisher übliche Hochfrequenzstrom-Ablation. Offensichtlich lassen sich mit dieser Technik auch Kosten für das Gesundheitssystem einsparen, wie eine ökonomische Auswertung der Studie nun aufzeigt.  

„Die Kryoballon-Ablation ging mit einem geringeren Ressourcenverbrauch und niedrigeren Kosten für die Leistungsträger einher als die Radiofrequenzablation“, berichten die Studienautoren um PD. Dr. Julian Chun vom Cardioangiologischen Centrum Bethanien in Frankfurt.

Vorhofflimmern verursacht jährliche Kosten von 660 Millionen Euro

Die für das deutsche Gesundheitssystem anfallenden Kosten pro Patient waren um 640 Euro geringer als bei dem bisherigen Standardverfahren. Insgesamt konnten durch den Einsatz des Kälteballons 245.000 Euro in dem Studienzeitraum von 1,5 Jahren eingespart werden.

Die insgesamt durch Vorhofflimmern verursachten Kosten für das deutsche Gesundheitssystem belaufen sich auf etwa 660 Millionen Euro pro Jahr. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran haben die über 33.000 Katheterablationen, die jährlich aufgrund von Vorhofflimmern durchgeführt werden müssen. An Kosteneinsparungen wären die Krankenkassen also sicherlich interessiert.

Weniger erneute Klinikeinweisungen und  Interventionen

Bereits in der Primäranalyse der FIRE-AND-ICE-Studie konnte der Kälteballon erste Erfolge verzeichnen. Die Vorhofflimmern-Last ließ sich mit diesem einfacher zu handhabenden Verfahren, das nur mit einer Energieapplikation auskommt (single shot), genauso effektiv reduzieren wie mit der sonst üblichen mittels Hochfrequenzstrom durchgeführten Punkt-für-Punkt-Ablation.

In einer Sekundäranalyse der Studie zog der Kryoballon dann sogar am bisherigen Goldstandard vorbei: Erneute Ablationen waren seltener notwendig, das Risiko für weitere kardiovaskulär bedingte Klinikeinweisungen wurde deutlich um etwa ein Drittel reduziert (205 Hospitalisierungen und/oder Interventionen in 122 Patienten vs. 268 solcher Ereignisse in 154 Patienten).

Dieser niedrigere Ressourcen-Verbrauch machte den Löwenanteil der Kosteneinsparungen aus, die durch den Einsatz der Kryoballon-Technik gewonnen wurden. Kardioversionen waren damit zwar ebenfalls seltener notwendig. Aufgrund der generell niedrigen Ereignisraten stellten sie aber keinen beträchtlichen Kostenfaktor dar, erläutern Chun und Kollegen. Die Auswirkungen zusätzlicher Kardioversionen auf die Kapazitäten der Kliniken und der Patientenzufriedenheit sei aber nicht außer Acht zu lassen.

Für die Analyse der Kosten, die für das deutsche Gesundheitssystem nach der Index-Ablation (diese wurde nicht mit eingerechnet) entstanden sind, wurde das G-DRG-System von 2016 herangezogen.

Literatur

Chun J, Brugada J, Elvan A et al. The Impact of Cryoballoon Versus Radiofrequency Ablation for Paroxysmal Atrial Fibrillation on Healthcare Utilization and Costs: An Economic Analysis From the FIRE AND ICE Trial. J Am Heart Assoc. 2017;6:e006043. http://doi.org/10.1161/JAHA.117.006043

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