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14.01.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Akute Herzinsuffizienz

Erhöhte Blutzuckerwerte sind schlechtes prognostisches Zeichen

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Erhöhte Blutzuckerwerte bei Krankenhausaufnahme wegen akuter Herzinsuffizienz sind ein schlechtes prognostisches Zeichen, und zwar sowohl bei Diabetikern als auch bei Nicht-Diabetikern.

Bei Herzinfarkt ist eine Entgleisung des Blutzuckerstoffwechseln kein günstiges prognostisches Zeichen. Weniger gut untersucht ist dieser Zusammenhang bei Herzinsuffizienz.

Kanadische Autoren haben zu dieser Fragestellung nun die Ergebnisse einer großen Kohortenstudie im European Heart Journal publiziert. Sie hatten bei 16.524 Patienten im Durchschnittsalter von 79 Jahren, die im kanadischen Bundesstaat Ontario wegen Herzschwäche in der Notaufnahme von Krankenhäusern vorstellig wurden, die Blutglukose bestimmt und in Beziehung zu prognostischen Parametern gesetzt.

Je höher der Blutzucker, desto höher die Komplikationsrate

Bei 9.275 der Herzinsuffizienz-Patienten war bei Aufnahme kein Diabetes bekannt. In diesem Kollektiv wiesen 56,6% der Patienten Blutzuckerwerte über 110 mg/dl auf. Dies ging mit einer relativen Risikoerhöhung von 26% für Gesamtsterblichkeit und 28% für kardiovaskuläre Sterblichkeit einher. Bei BZ-Werten über 141 mg/dl stieg das relative Sterblichkeitsrisiko um 47%, bei BZ-Werten über 200 mg/dl um 50% an.

Erhöhte Blutzuckerwerte bei Nicht-Diabetikern waren auch mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Diabetes assoziiert. Das Diabetes-Risiko war um den Faktor 1,61 erhöht, wenn der Blutzucker bei der Spitalaufnahme zwischen 110 und 141 mg/dl lag, und er war um den Faktor 3,61 erhöht, wenn Blutzuckerwerte über 200 mg/dl gemessen wurden.

Bei den 7.249 Diabetes-Patienten erwiesen sich erhöhte BZ-Werte als prognostisch ungünstig, wenn sie über 200 mg/dl lagen: Das Sterberisiko dieser Patienten war um den Faktor 1,48 erhöht, dasjenige für Diabetes-Komplikationen um den Faktor 1,39.

Literatur