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25.04.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Akuter Herzinfarkt

Erhöhte Krankenhaussterblichkeit bei Frauen

Autor:
Dr. med. Eva Freisinger

Bereits in früheren Studien konnte gezeigt werden, dass Frauen nach einem akuten Myokardinfarkt ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und eine ungünstigere Prognose aufweisen als Männer. Hierzu tragen nach dem derzeitigen Wissensstand eine – im Vergleich zu Männern – vermehrt atypische klinische Symptomatik, ein zeitlich verzögerter Diagnostik- und Therapiebeginn sowie ein geringerer Einsatz invasiver Maßnahmen bei.


Der demographische Wandel mit einer Verschiebung der Altersstruktur der Patientinnen gegenüber den im Schnitt jüngeren männlichen Patienten trägt zusätzlich zu der schlechteren Prognose von Frauen nach akutem Myokardinfarkt bei.

Erkenntnisse aus DRG-Daten

Ziel dieser Studie war es, den derzeitigen Einfluss des Geschlechts auf das Behandlungsergebnis bei akutem Myokardinfarkt in einem „Reale-Welt“-Szenario bei den stationären Behandlungen in ganz Deutschland zu untersuchen. Hierzu wurden die DRG-basierten Daten aller stationären Fälle in Deutschland in den Jahren 2005, 2007 und 2009 vom statistischen Bundesamt zur Verfügung gestellt. Alle Patientenfälle, die mit einem akuten Myokardinfarkt (STEMI oder NSTEMI) als Erstdiagnose belegt waren, wurden hinsichtlich geschlechtsbezogener Unterschiede in Risikokonstellationen, der Häufigkeit des Auftretens eines akuten Myokardinfarkts, therapeutischer Anwendungen und der Krankenhaus-Sterblichkeit untersucht.

Zunehmende Zahl an Herzinfarkten bei Frauen unter 60

Insgesamt wurden 619.272 Patientenfälle ausgewertet, davon 390.851 (63,1 Prozent) männlichen und 228.421 (36,9 Prozent) weiblichen Geschlechts.

Auch wenn insgesamt eine Abnahme der ST-Hebungsinfarkte bei Männern wie auch bei Frauen verzeichnet werden konnte, so fand sich doch ein bemerkenswerter Anstieg bei den weiblichen Patientenfällen im Alter unter 60 Jahren (+23,5 vs. +9,3 Prozent bei Männern).

Invasive Diagnostik bei Frauen seltener eingesetzt

Die unadjustierten Daten zeigen zudem einen durchweg geringeren Einsatz invasiver Diagnostik und Therapie im Vergleich zu Männern. Beispielsweise erhielten im Jahr 2009 Frauen mit STEMI um 14 Prozent seltener eine Koronarangiografie, um 17 Prozent seltener eine Koronarintervention und 33 Prozent weniger Bypassoperationen als männliche Pati­enten.

Außerdem zeigte sich eine erhöhte Krankenhaus-Sterblichkeit bei Frauen mit ST-Hebungsinfarkt (STEMI: 16,9 Prozent bei Frauen vs. 9,9 Prozent bei Männern) und Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI: 11,7 Prozent bei Frauen vs. 8,7 Prozent bei Männern; p<0,0001; Daten aus dem Jahr 2009; Abb. 1). Damit liegen diese realitätsabbildenden Sterblichkeitszahlen deutlich höher als bisher angenommene Schätzungen anhand von Daten randomisierter kontrollierter Studien.

Fazit

Zusammenfassend betrachtet belegen die DRG-basierten Daten eine weiterhin deutlich schlechtere Prognose bei Pati­entinnen mit akutem Myokardinfarkt. Dies mag z.T. auch auf die – zumindest in den unadjustierten Daten – seltenere Verwendung von Standardtherapien wie Koronarangiografien und Koronarinterventionen zu­rückzuführen sein.

Weitere Studien sind dringend notwendig, um die dieser besorgniserregenden Entwicklung zugrunde liegenden Ursachen besser zu verstehen sowie Leitlinien und Empfehlungen zur Prävention und Therapie des akuten Myokardinfarkts auf die besonderen Gegebenheiten weiblicher Patienten anzupassen.

Literatur

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